Energie-Glossar · F

FSRU (Floating Storage and Regasification Unit)

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Definition

Eine FSRU ist ein schwimmendes Spezialschiff, das importiertes Flüssigerdgas (LNG) an Bord speichert, wieder in seinen gasförmigen Zustand zurückführt (Regasifizierung) und über eine Anbindungsleitung direkt in das Gasfernleitungsnetz einspeist.

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Die wichtigsten Informationen zu FSRU (Floating Storage and Regasification Unit)

  • FSRU steht für Floating Storage and Regasification Unit
  • In Deutschland Betreiber der staatlich beschafften Einheiten: Deutsche Energy Terminal GmbH (DET)
  • Eingeführt als kurzfristig realisierbare Übergangslösung nach dem Wegfall russischer Pipeline-Gaslieferungen 2022
  • Rechtliche Beschleunigung über das LNG-Beschleunigungsgesetz (LNGG)
  • Standorte u. a. Wilhelmshaven, Brunsbüttel, Mukran/Rügen und Stade – teils mit Planungen für feste Landterminals als Ablösung

Wie funktioniert eine FSRU technisch?

Eine FSRU ist im Kern ein LNG-Tanker, der zusätzlich mit einer Regasifizierungsanlage ausgestattet ist: Das tiefkalt verflüssigte Erdgas wird an Bord wieder erwärmt, dadurch gasförmig, und über eine Pier- oder Unterwasserleitung in das nahegelegene Fernleitungsnetz eingespeist. Weil das Schiff schwimmt und an einer bestehenden oder provisorisch ausgebauten Anlegestelle festmacht, lässt sich ein FSRU-Standort binnen Monaten statt Jahren in Betrieb nehmen – ein klassisches Landterminal mit eigenen Tanks und fester Regasifizierungsanlage braucht dagegen mehrjährige Bau- und Genehmigungszeit.

  • LNG-Anlieferung durch Tanker, Zwischenspeicherung an Bord der FSRU
  • Regasifizierung durch Wärmetauscher an Bord
  • Einspeisung in das Fernleitungsnetz über eine feste Anbindungsleitung
  • Vorteil gegenüber Landterminals: deutlich kürzere Planungs- und Bauzeit bis zur Inbetriebnahme

Warum hat Deutschland FSRUs eingesetzt?

Nach dem weitgehenden Ausfall russischer Pipeline-Gaslieferungen im Jahr 2022 fehlte Deutschland kurzfristig ein direkter LNG-Importweg über eigene Terminals. Weil der Bau fester Landterminals mehrere Jahre dauert, hat der Bund über die Deutsche Energy Terminal GmbH mehrere FSRU-Einheiten gechartert und an beschleunigt genehmigten Standorten in Betrieb genommen. Das LNG-Beschleunigungsgesetz hat dafür die sonst üblichen Planungs- und Genehmigungsfristen deutlich verkürzt, unter anderem durch reduzierte Umweltprüfungen für die zeitlich befristeten Anlagen.

Wie ist der Betriebsstand der deutschen FSRU-Standorte?

Terminals in Wilhelmshaven, Brunsbüttel und Mukran sind in Betrieb, teils mit mehr als einer FSRU-Einheit. Für einzelne Standorte wie Brunsbüttel und Stade laufen parallel Planungen für feste Landterminals, die die schwimmenden Einheiten langfristig ablösen sollen; in Stade übernimmt eine gecharterte FSRU zunächst die Übergangsversorgung, bis das feste Terminal fertiggestellt ist. Der genaue Fahrplan für Rückbau oder Weiterbetrieb einzelner FSRUs hängt vom Baufortschritt und Gasbedarf ab und wird von der Deutsche Energy Terminal GmbH sowie dem Bundeswirtschaftsministerium laufend aktualisiert.

Warum betrifft das auch Unternehmen und Hausverwaltungen ohne direkten Gasbezug am Terminal – und wie unterscheidet sich eine FSRU von einem Landterminal?

FSRUs wirken sich nicht auf den einzelnen Liefervertrag eines Unternehmens aus, wohl aber auf die Versorgungssicherheit und damit mittelbar auf die Preisbildung am gesamten deutschen Gasmarkt: Zusätzliche LNG-Importkapazität verringert die Abhängigkeit von einzelnen Lieferrouten und dämpft tendenziell die Preisausschläge in Knappheitssituationen. Für energieintensive Unternehmen und für Hausverwaltungen mit gasbasierter Fernwärme oder Gasheizung ist das relevant, weil sich Beschaffungsrisiken am Terminplan und Auslastungsgrad der LNG-Infrastruktur ablesen lassen. Ein festes Landterminal verfügt dabei über eigene, meist deutlich größere Speichertanks und eine stationäre Regasifizierungsanlage, die auf Jahrzehnte Betriebszeit ausgelegt ist – dafür braucht es aber eine lange Planungs-, Genehmigungs- und Bauphase. Die FSRU tauscht einen Teil dieser Kapazität und Lebensdauer gegen Geschwindigkeit: Sie lässt sich an eine bestehende oder minimal ausgebaute Anlegestelle andocken und innerhalb weniger Monate ans Netz bringen. Deutschland nutzt FSRUs deshalb bewusst als Brückentechnologie, während an einzelnen Standorten parallel der Bau fester Terminals vorangetrieben wird, sobald sich der langfristige Bedarf an LNG-Importkapazität verlässlicher abschätzen lässt.

Quellen & Verweise

  1. Bundesnetzagentur — LNG-Anlagen. bundesnetzagentur.de · Abruf

Häufige Fragen zu FSRU (Floating Storage and Regasification Unit)

Ist eine FSRU dasselbe wie ein LNG-Terminal?

Eine FSRU ist eine mögliche technische Ausprägung eines LNG-Terminals – die schwimmende, temporär angelegte Variante. Ein klassisches LNG-Terminal an Land mit eigenen Tanks und fester Regasifizierungsanlage ist aufwendiger zu bauen, aber langfristig meist wirtschaftlicher.

Wie lange sind die deutschen FSRUs im Einsatz?

Die Charterverträge und Betriebszeiträume sind unterschiedlich befristet und werden bei Bedarf verlängert oder durch feste Landterminals abgelöst. Verbindliche Enddaten für einzelne Standorte veröffentlicht die Deutsche Energy Terminal GmbH.

Wer trägt die Kosten der FSRU-Charter?

Die Charter- und Betriebskosten der staatlich beschafften FSRUs wurden zunächst über den Bundeshaushalt beziehungsweise einen Sondermechanismus finanziert; ein Teil der Kosten wird über Netzentgelte auf die Gaskunden umgelegt.

Kann eine FSRU auch grünen Wasserstoff oder Ammoniak verarbeiten?

Einzelne künftige Standorte werden auch für den Import von Ammoniak als Wasserstoffträger diskutiert beziehungsweise geplant, die aktuell laufenden deutschen FSRUs sind aber in erster Linie auf Erdgas-LNG ausgelegt.

Ersetzt eine FSRU Pipeline-Gas vollständig?

Nein, FSRUs ergänzen die Versorgung über Pipelines aus Norwegen, den Niederlanden und anderen Quellen, sie sind ein zusätzlicher Importweg zur Diversifizierung, kein vollständiger Ersatz.

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