Energie-Glossar
Fachbegriffe der Energiewirtschaft von A bis Z
486 Begriffe, verständlich erklärt – jeder Begriff mit eigener Seite, jede Definition beantwortet die Frage im ersten Satz. Für Verwalter, Unternehmen und alle, die Energie-Post bekommen.
A
- AC-gekoppelter SpeicherEin AC-gekoppelter Speicher ist ein Batteriespeicher, der auf der Wechselstromseite (230/400 V AC) angebunden ist und über einen eigenen Batteriewechselrichter unabhängig vom PV-Wechselrichter arbeitet. Er eignet sich besonders zur Nachrüstung bestehender PV-Anlagen.
- AbregelungAbregelung ist die gezielte Reduktion der Einspeiseleistung einer Erzeugungsanlage durch den Netzbetreiber zur Beseitigung von Netzengpässen. Seit Oktober 2021 erfolgt sie einheitlich im Rahmen des Redispatch 2.0 nach §§ 13, 13a EnWG; für die Ausfallarbeit erhalten Anlagenbetreiber einen gesetzlich geregelten finanziellen Ausgleich.
- Abschaltbare LastenAbschaltbare Lasten sind große Verbrauchsanlagen industrieller Kunden, die bei Netzengpässen kurzfristig gegen Vergütung vom Netz getrennt werden können. Die frühere Verordnung zu abschaltbaren Lasten (AbLaV) ist zum 1. Juli 2022 ausgelaufen; heute wird diese Flexibilität über den Regelenergiemarkt und andere netzdienliche Instrumente erbracht.
- AbschlagszahlungEine Abschlagszahlung ist eine regelmäßige, meist monatliche Vorauszahlung auf den erwarteten Jahresenergieverbrauch, die mit der Jahresabrechnung verrechnet wird. Die Höhe basiert auf dem Vorjahresverbrauch oder einer Schätzung; bei Abweichungen folgt eine Nach- oder Rückzahlung.
- AlbedoAlbedo bezeichnet das Rückstrahlvermögen einer Oberfläche – das Verhältnis der reflektierten zur einfallenden Sonnenstrahlung, ausgedrückt als Wert zwischen 0 (vollständige Absorption, z. B. schwarzer Asphalt) und 1 (vollständige Reflexion, z. B. frischer Schnee). In der Photovoltaik bestimmt die Albedo des Untergrunds, wie viel Licht auf die Rückseite bifazialer Module trifft.
- AllokationDie Allokation bezeichnet die Zuordnung gemessener oder prognostizierter Energiemengen zu Bilanzkreisen und Lieferanten. Sie ist die Grundlage für Bilanzierung, Abrechnung und die Marktprozesse beim Lieferantenwechsel.
- AnreizregulierungDie Anreizregulierung ist das deutsche Regulierungsmodell für Strom- und Gasnetzbetreiber, bei dem die Bundesnetzagentur Erlösobergrenzen für mehrjährige Regulierungsperioden festlegt. Netzbetreiber können durch Effizienzsteigerungen Gewinne erzielen; das Modell ersetzt die frühere rein kostenbasierte Regulierung.
- AnschlussnutzungsvertragDer Anschlussnutzungsvertrag regelt das Recht, über einen bereits bestehenden Netzanschluss tatsächlich Strom oder Gas zu entnehmen. Er entsteht meist schon durch die bloße Aufnahme der Anschlussnutzung, ist rechtlich vom Netzanschlussvertrag getrennt und muss dem Netzbetreiber unverzüglich angezeigt werden.
- Anzulegender Wert (EEG)Der anzulegende Wert ist der in EEG-Ausschreibungen erzielte oder gesetzlich festgelegte Referenzwert in Cent pro Kilowattstunde, der die Marktprämie, Einspeisevergütung oder den Mieterstromzuschlag einer EEG-Anlage bestimmt (§ 3 Nr. 3 EEG). Er bildet die Obergrenze, bis zu der Anlagenbetreiber über die Marktprämie auf ihren Börsenerlös aufgestockt werden.
- ArbeitspreisDer Arbeitspreis ist der verbrauchsabhängige Preisbestandteil eines Energietarifs in Cent pro Kilowattstunde (ct/kWh). Er wird mit der tatsächlich verbrauchten Energiemenge multipliziert und enthält die verbrauchsanteiligen Kosten wie Beschaffung, Netznutzung, Steuern und Abgaben.
- AusfallarbeitAusfallarbeit ist die Strommenge, die eine Erzeugungsanlage im Rahmen einer Redispatch-Maßnahme nicht einspeisen konnte, weil der Netzbetreiber die Leistung zur Engpassbeseitigung reduziert hat. Sie wird rechnerisch ermittelt, einem Bilanzkreis zugeordnet und bildet die Grundlage für den finanziellen Ausgleich nach § 13a EnWG.
- AusgleichsenergieAusgleichsenergie ist die Energie, mit der die Übertragungsnetzbetreiber Abweichungen zwischen den gemeldeten Fahrplänen eines Bilanzkreises und der tatsächlichen Ein- und Ausspeisung ausgleichen. Sie wird dem Bilanzkreisverantwortlichen je Viertelstunde zum einheitlichen Bilanzausgleichsenergiepreis (reBAP) in Rechnung gestellt oder gutgeschrieben.
- AutarkiegradDer Autarkiegrad ist der Anteil des gesamten Stromverbrauchs eines Gebäudes oder Betriebs, der durch selbst erzeugte Energie gedeckt wird. Bei 60 Prozent Autarkie stammt der Strombedarf zu 60 Prozent aus der eigenen Anlage – direkt oder über einen Speicher.
B
- BAFA-FörderungDie BAFA-Förderung umfasst Zuschüsse des Bundesamts für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle im Rahmen der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) – insbesondere für Einzelmaßnahmen an der Gebäudehülle, Anlagentechnik, Heizungsoptimierung und Energieberatung. Der Heizungstausch wird seit 2024 nicht mehr über das BAFA, sondern über die KfW gefördert.
- BDEW (Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft)Der BDEW ist der größte Branchenverband der deutschen Energie- und Wasserwirtschaft mit mehreren tausend Mitgliedsunternehmen aus Strom, Wärme, Gas, erneuerbaren Energien, Wasserstoff, Elektromobilität sowie Trinkwasser- und Abwasserwirtschaft. Er vertritt die politischen und wirtschaftlichen Interessen der Branche gegenüber Bund, Ländern und EU und veröffentlicht praxisnahe Anwendungshilfen zu den von der Bundesnetzagentur festgelegten Marktprozessen.
- BECV (Carbon-Leakage-Verordnung)Die BEHG-Carbon-Leakage-Verordnung (BECV) regelt, wie Unternehmen aus besonders brennstoffkosten- und stromintensiven Branchen eine finanzielle Kompensation für indirekte CO2-Kosten aus dem nationalen Brennstoffemissionshandel (BEHG) erhalten können, um eine Abwanderung von Produktion und Emissionen ins Ausland (Carbon Leakage) zu verhindern. Zuständig ist die Deutsche Emissionshandelsstelle (DEHSt); Anspruchsvoraussetzung ist unter anderem der Nachweis sogenannter ökologischer Gegenleistungen.
- BEGDie BEG (Bundesförderung für effiziente Gebäude) ist das zentrale Förderprogramm des Bundes für Energieeffizienz und erneuerbare Energien im Gebäudebereich. Seit 2021 bündelt sie die früheren KfW-Gebäudeprogramme und das BAFA-Marktanreizprogramm.
- BEHGDas BEHG (Brennstoffemissionshandelsgesetz) ist ein Bundesgesetz von 2019, das einen nationalen CO₂-Preis auf fossile Brennstoffe wie Heizöl, Erdgas, Benzin, Diesel, Flüssiggas und Kohle einführt. Es ergänzt den EU-Emissionshandel um die Sektoren Wärme und Verkehr, bis der europäische Emissionshandel EU-ETS 2 im Jahr 2028 startet.
- BEW (Bundesförderung für effiziente Wärmenetze)Die Bundesförderung für effiziente Wärmenetze (BEW) ist ein Förderprogramm des Bundes, das über das BAFA den Neubau, die Transformation und den Betrieb von Wärmenetzen mit hohem Anteil erneuerbarer Energien und Abwärme unterstützt. Sie gliedert sich in mehrere aufeinander aufbauende Module von der Machbarkeitsstudie bis zur Betriebskostenförderung.
- BHKWEin BHKW (Blockheizkraftwerk) ist eine dezentrale Anlage, die nach dem Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung gleichzeitig Strom und Wärme in einem kompakten Block erzeugt. Da die Motorabwärme als Heizenergie genutzt wird, erreichen BHKW Gesamtwirkungsgrade von 80 bis 95 Prozent.
- BMS (Batteriemanagementsystem)Ein BMS (Batteriemanagementsystem) ist die elektronische Steuer- und Schutzeinheit eines Batteriespeichers. Es überwacht Zellspannungen, Temperaturen und Ströme, berechnet Ladezustand (SoC) und Alterungszustand (SoH) und schützt vor Überladung, Tiefentladung und Überhitzung.
- BSI (Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik)Das BSI (Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik) ist die zentrale Cybersicherheitsbehörde des Bundes. Im Energiebereich erarbeitet es unter anderem die technischen Richtlinien der TR-03109-Reihe für intelligente Messsysteme, erkennt Prüfstellen für deren Zertifizierung an und wirkt an IT-Sicherheitsvorgaben für Netzbetreiber und Energieversorger mit.
- BSI-Zertifizierung (Smart-Meter-Gateway)Die BSI-Zertifizierung ist das Konformitätsbewertungsverfahren nach der technischen Richtlinie TR-03109, mit dem nachgewiesen wird, dass ein Smart-Meter-Gateway und zugehörige Komponenten die Sicherheits- und Interoperabilitätsanforderungen des BSI erfüllen. Sie ist Voraussetzung dafür, dass ein Gerät als Bestandteil eines intelligenten Messsystems eingebaut werden darf.
- BalkonkraftwerkEin Balkonkraftwerk ist eine kleine, steckerfertige PV-Anlage mit maximal 800 Watt Wechselrichterleistung und bis zu 2 kWp Modulleistung, die an eine Haushaltssteckdose angeschlossen wird. Der Strom fließt direkt ins Hausnetz und senkt den Netzbezug; bis Mai 2024 galt eine Grenze von 600 Watt.
- Base-Produkt (Baseload)Ein Base-Produkt (Baseload) ist ein standardisiertes Stromhandelsprodukt mit gleichmäßiger Lieferung konstanter Leistung über alle 24 Stunden jedes Liefertags – für einen Tag, eine Woche, einen Monat, ein Quartal oder ein Jahr. Es deckt die Grundlast eines Verbrauchers ab.
- BatteriespeicherEin Batteriespeicher ist ein System zur elektrochemischen Speicherung von Strom in Batteriezellen. In Verbindung mit einer PV-Anlage speichert er Überschussstrom für die spätere Nutzung und erhöht so Eigenverbrauch und Unabhängigkeit vom Netz.
- BaukostenzuschussDer Baukostenzuschuss (BKZ) ist eine einmalige Zahlung, die der Netzbetreiber vom Anschlussnehmer verlangen kann, um die Kosten für Bau oder Verstärkung der örtlichen Verteilnetze teilweise zu decken. Rechtsgrundlage sind § 11 NAV für Strom und § 11 NDAV für Gas; der Zuschuss darf höchstens 50 Prozent der zurechenbaren Kosten abdecken und wird nur auf den Leistungsanteil oberhalb von 30 Kilowatt erhoben.
- BemessungsleistungDie Bemessungsleistung ist die maximal zulässige Dauerleistung einer elektrischen Anlage, eines Generators oder eines Transformators unter definierten Betriebsbedingungen. Sie wird je nach Betriebsmittel in kVA (Scheinleistung) oder kW (Wirkleistung) angegeben. Im EEG bezeichnet der Begriff davon abweichend die durchschnittliche Jahresleistung einer Anlage.
- BemessungsspannungDie Bemessungsspannung ist die Spannung, für die eine elektrische Anlage oder ein Betriebsmittel ausgelegt und geprüft ist. Sie definiert den sicheren Betriebsbereich und bildet die Grundlage für die Isolationsanforderungen.
- BenutzungsdauerDie Benutzungsdauer (Jahresbenutzungsdauer) gibt an, wie viele Stunden ein Netzanschluss rechnerisch mit seiner Jahreshöchstlast betrieben werden müsste, um die tatsächliche Jahresarbeit zu erreichen. Sie berechnet sich als Jahresarbeit in kWh geteilt durch die Jahreshöchstleistung in kW und ist die zentrale Kennzahl für die Netzentgeltberechnung leistungsgemessener Kunden.
- BestandsanalyseDie Bestandsanalyse ist die systematische Erfassung und Dokumentation des energetischen Ist-Zustands eines Gebäudes oder Betriebs. Sie ist der Ausgangspunkt jeder Energieberatung, Sanierungsplanung und Effizienzstrategie – ohne belastbare Ausgangsdaten lassen sich weder Einsparpotenziale beziffern noch Maßnahmen priorisieren.
- Bifaziales ModulEin bifaziales Modul ist ein PV-Modul mit beidseitig aktiven Solarzellen, das Licht von vorne und über die transparente Rückseite auch reflektiertes Licht vom Untergrund nutzt. Gegenüber monofazialen Modulen sind je nach Aufstellung Mehrerträge von etwa 5 bis 30 Prozent möglich.
- BilanzkreisEin Bilanzkreis ist ein virtuelles Energiemengenkonto im deutschen Strommarkt, auf dem die Ein- und Ausspeisungen eines Marktakteurs innerhalb einer Regelzone saldiert werden. Jeder Lieferant ist einem Bilanzkreis zugeordnet; Über- oder Unterdeckungen werden als Ausgleichsenergie abgerechnet.
- Bilanzkreisverantwortlicher (BKV)Der Bilanzkreisverantwortliche (BKV) ist der Marktakteur – meist ein Energieversorger, Händler oder Direktvermarkter –, der gegenüber dem Übertragungsnetzbetreiber die Verantwortung für einen Bilanzkreis trägt, also für den ausgeglichenen Saldo zwischen Ein- und Ausspeisungen in jeder Viertelstunde.
- BilanzkreisvertragDer Bilanzkreisvertrag ist der Vertrag zwischen einem Bilanzkreisverantwortlichen und dem Übertragungsnetzbetreiber (Strom) beziehungsweise dem Marktgebietsverantwortlichen (Gas), der Führung, Bilanzierung und Abrechnung eines Bilanzkreises regelt. Rechtsgrundlage ist § 26 StromNZV für Strom; bei Gas galten bis Ende 2025 die entsprechenden Regelungen der GasNZV, die seit 2026 in Festlegungen der Bundesnetzagentur und der Kooperationsvereinbarung Gas fortgeführt werden; Netzbetreiber beziehungsweise Marktgebietsverantwortliche müssen einen standardisierten Vertrag anbieten.
- BiogasBiogas ist ein Gasgemisch aus der anaeroben Vergärung organischer Stoffe wie Gülle, Energiepflanzen oder Bioabfällen. Es besteht hauptsächlich aus Methan (50–75 %) und Kohlendioxid (25–50 %) und wird in BHKW verstromt oder zu Biomethan aufbereitet.
- BiogaseinspeisevertragEin Biogaseinspeisevertrag regelt die Einspeisung von aufbereitetem Biomethan ins öffentliche Gasnetz zwischen Anlagenbetreiber und Netzbetreiber. Er enthält Vereinbarungen zu Gasqualität, Einspeisekapazität, Messung, Odorierung und Abrechnung.
- BiomasseBiomasse umfasst energetisch nutzbare organische Stoffe pflanzlichen oder tierischen Ursprungs – etwa Holz, Energiepflanzen, Stroh, Gülle und organische Abfälle. Sie kann zu Strom, Wärme und Kraftstoffen umgewandelt werden und zählt neben Wasserkraft und Geothermie zu den wenigen regelbaren erneuerbaren Energiequellen.
- BiomethanBiomethan ist auf Erdgasqualität aufbereitetes Biogas, bei dem CO₂, Schwefelwasserstoff und Wasserdampf weitgehend entfernt wurden (Methangehalt über 96 %). Es kann direkt ins Erdgasnetz eingespeist werden und ersetzt fossiles Erdgas vollständig.
- BivalenzpunktDer Bivalenzpunkt ist die Außentemperatur, ab der eine bivalente Heizungsanlage einen zweiten Wärmeerzeuger zuschaltet oder auf ihn umschaltet, weil der erste Erzeuger – meist eine Wärmepumpe – allein nicht mehr ausreichend Heizleistung liefert. Er wird für jedes Gebäude individuell anhand der berechneten Heizlast ausgelegt und liegt in der Praxis häufig im Bereich um den Gefrierpunkt.
- BlackoutEin Blackout ist ein großflächiger, ungewollter Totalausfall der Stromversorgung, der durch Kaskadeneffekte im Verbundnetz entsteht. Er kann ganze Regionen oder Länder betreffen und Stunden bis Tage andauern.
- Blei-Gel-BatterieDie Blei-Gel-Batterie ist eine ältere, wartungsfreie Bleibatterietechnologie mit gelartig gebundenem Elektrolyt, die vor allem in stationären Anwendungen und USV-Systemen eingesetzt wurde. Für neue Speicherprojekte ist sie weitgehend von der Lithium-Ionen-Technik abgelöst.
- BlindleistungBlindleistung ist der Anteil der elektrischen Leistung in Wechselstromnetzen, der durch Phasenverschiebung zwischen Strom und Spannung entsteht und keine nutzbare Arbeit verrichtet. Sie belastet dennoch Leitungen und Transformatoren und entsteht vor allem bei induktiven Lasten wie Elektromotoren und Transformatoren.
- BlindleistungskompensationsanlageEine Blindleistungskompensationsanlage ist eine elektrotechnische Anlage, die induktive Blindleistung – etwa aus Motoren, Transformatoren oder Vorschaltgeräten – mit Kondensatorbänken ausgleicht. Ziel ist ein Leistungsfaktor (cos φ) möglichst nahe 1, wodurch das Stromnetz entlastet und Blindleistungsentgelte des Netzbetreibers vermieden werden.
- BlindleistungsmanagementBlindleistungsmanagement umfasst alle Maßnahmen zur Steuerung des Blindleistungsflusses im Netz, um die Spannung zu halten, Verluste zu minimieren und Netzkapazität freizuhalten. Es reicht von Kompensationsanlagen beim Verbraucher bis zur spannungsabhängigen Blindleistungsbereitstellung durch Erzeugungsanlagen.
- BrennwertDer Brennwert (oberer Heizwert, H_s) ist die gesamte bei vollständiger Verbrennung eines Brennstoffs freigesetzte Wärmemenge einschließlich der Kondensationswärme des Wasserdampfs. Bei Erdgas liegt er je nach Qualität bei etwa 10 bis 11,5 kWh/m³; in Deutschland wird Gas nach Brennwert abgerechnet.
- BrennwerttechnikBrennwerttechnik ist eine Heiztechnologie, die zusätzlich zur Verbrennungswärme die Kondensationswärme des Wasserdampfs im Abgas nutzt. Brennwertgeräte erreichen – bezogen auf den Heizwert – Wirkungsgrade über 100 Prozent und sind seit der EU-Ökodesign-Verordnung von 2015 faktisch Standard bei neuen Gas- und Ölheizkesseln.
- BrownoutEin Brownout ist eine Absenkung der Netzspannung unter den Nennwert ohne vollständigen Versorgungsausfall – absichtlich zur Lastreduktion oder unbeabsichtigt bei Überlastung. Anders als beim Blackout bleibt die Versorgung bestehen, Geräte können aber eingeschränkt funktionieren oder Schaden nehmen.
- Buch-und-Claim-PrinzipDas Buch-und-Claim-Prinzip (Book-and-Claim) entkoppelt den physischen Energiefluss – etwa die Einspeisung von Biomethan ins Erdgasnetz – vollständig von der buchhalterischen Zuordnung der "grünen" Eigenschaft. Ein Register verbucht diese nachhaltige Eigenschaft als eigenständiges Zertifikat, das unabhängig vom tatsächlichen physischen Lieferweg einem Liefervertrag zugeordnet ("geclaimt") werden kann.
- BundesnetzagenturDie Bundesnetzagentur (BNetzA) ist die Bundesbehörde mit Sitz in Bonn, die Strom-, Gas-, Telekommunikations-, Post- und Eisenbahnnetze beaufsichtigt und reguliert. Im Energiesektor legt sie Netzentgelte und Regulierungsregeln fest, überwacht Marktprozesse und Versorgungssicherheit und führt das Marktstammdatenregister.
- Bypass-DiodeEine Bypass-Diode ist eine Schutzdiode, die in PV-Modulen parallel zu einer Zellgruppe (typisch 20–24 Zellen) verbaut ist. Bei Teilverschattung leitet sie den Strom um die betroffene Zellgruppe herum und schützt so vor Überhitzung einzelner Zellen (Hotspots).
- BündelausschreibungEine Bündelausschreibung fasst den Energiebedarf mehrerer Liegenschaften, Standorte oder Unternehmen zu einem gemeinsamen Ausschreibungsverfahren zusammen, um durch das größere Beschaffungsvolumen bessere Konditionen bei Lieferanten zu erzielen. Sie ist vor allem für Hausverwaltungen, Wohnungsunternehmen und Unternehmensgruppen mit vielen Zählpunkten relevant.
C
- CBAM (CO2-Grenzausgleichsmechanismus)CBAM (Carbon Border Adjustment Mechanism), der CO2-Grenzausgleichsmechanismus nach der EU-Verordnung 2023/956, bepreist die in bestimmten Importwaren wie Eisen, Stahl, Aluminium, Zement, Düngemitteln, Wasserstoff und Strom enthaltenen CO2-Emissionen. Seit 1. Januar 2026 gilt die reguläre Phase mit Zulassungspflicht für Importeure; die erste Zertifikatsabgabe für das Importjahr 2026 erfolgt 2027.
- CCP (Central Counterparty)Eine CCP (Central Counterparty, zentrale Gegenpartei) tritt nach Geschäftsabschluss zwischen Käufer und Verkäufer und wird selbst zur Vertragspartei beider Seiten, wodurch sie das Ausfallrisiko der ursprünglichen Handelspartner übernimmt. Im deutschen Energiehandel übernimmt diese Funktion insbesondere die European Commodity Clearing AG (ECC), die Clearing und Settlement für EEX und EPEX SPOT abwickelt.
- CCS (Carbon Capture and Storage)CCS (Carbon Capture and Storage) bezeichnet die Abscheidung von Kohlendioxid aus Industrieprozessen oder Kraftwerksabgasen und dessen dauerhafte Speicherung in tiefen geologischen Formationen. In Deutschland schafft die Ende November 2025 in Kraft getretene Novelle des Kohlendioxid-Speicherungsgesetzes erstmals einen Rechtsrahmen für die CO2-Speicherung im kommerziellen, industriellen Maßstab.
- CLS-KanalDer CLS-Kanal (Controllable Local System) ist die TLS-verschlüsselte Kommunikationsverbindung an der logischen Schnittstelle IF_GW_CLS eines Smart-Meter-Gateways, über die externe Marktteilnehmer steuerbare Verbrauchseinrichtungen wie Wärmepumpen, Wallboxen oder PV-Wechselrichter ansteuern können. Er bildet nach der BSI-Technischen Richtlinie TR-03109 die technische Grundlage für Steuerbefehle, etwa im Zusammenhang mit § 14a EnWG.
- CO2KostAufG (Kohlendioxidkostenaufteilungsgesetz)Das Kohlendioxidkostenaufteilungsgesetz (CO2KostAufG) verteilt die CO2-Kosten aus dem Brennstoffemissionshandel für Heizung und Warmwasser zwischen Vermieter und Mieter. Bei Wohngebäuden richtet sich der Vermieteranteil nach einem zehnstufigen Modell, das den spezifischen CO2-Ausstoß des Gebäudes je Quadratmeter zugrunde legt – je schlechter die energetische Qualität, desto höher der Anteil des Vermieters.
- CSRD (Corporate Sustainability Reporting Directive)Die Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) ist die EU-Richtlinie 2022/2464, die große Unternehmen zu einer detaillierten Nachhaltigkeitsberichterstattung nach einheitlichen Standards verpflichtet. Nach der Überarbeitung im sogenannten Omnibus-Verfahren gilt die Pflicht künftig nur noch für Unternehmen mit mehr als 1.000 Beschäftigten und über 450 Millionen Euro Jahresumsatz; die deutsche Umsetzung erfolgt über das CSRD-Umsetzungsgesetz.
- Carbon LeakageCarbon Leakage bezeichnet die Verlagerung CO₂-intensiver Produktion in Länder mit geringeren Klimaauflagen als Reaktion auf strenge CO₂-Bepreisung in Europa. Betroffen sind vor allem energieintensive, international wettbewerbsintensive Branchen wie Stahl, Aluminium, Zement, Düngemittel und Chemie.
- ClearingClearing bezeichnet die Verrechnung und Abwicklung von Handelsgeschäften über eine zentrale Gegenpartei (Central Counterparty, CCP). Die CCP tritt zwischen Käufer und Verkäufer und übernimmt das Ausfallrisiko beider Seiten.
- Conditional VaRDer Conditional Value at Risk (CVaR), auch Expected Shortfall genannt, gibt an, wie hoch der durchschnittlich erwartete Verlust ausfällt, wenn der Value at Risk (VaR) tatsächlich überschritten wird. Er ergänzt den VaR damit um eine Aussage über das Ausmaß von Extremverlusten, nicht nur über deren Eintrittswahrscheinlichkeit.
- Contango und BackwardationContango liegt vor, wenn der Terminpreis für eine spätere Energielieferung über dem aktuellen Spotpreis liegt; bei Backwardation liegt er darunter. Die Kurvenform zeigt Einkäufern, ob der Markt kurzfristige Knappheit oder ausreichendes Angebot einpreist.
- ContractingContracting ist ein Energiedienstleistungsmodell, bei dem ein Dritter (Contractor) Energieanlagen plant, finanziert, errichtet und betreibt. Der Auftraggeber zahlt für die gelieferte Energiedienstleistung – etwa Wärme, Strom oder Effizienz – ohne selbst investieren zu müssen.
D
- DC-OptimiererEin DC-Optimierer ist ein leistungselektronisches Gerät auf Modulebene, das an einzelnen PV-Modulen angebracht wird und deren Arbeitspunkt individuell optimiert. So verhindert er, dass verschattete oder leistungsschwächere Module die Leistung des gesamten Strings begrenzen.
- DC-gekoppelter SpeicherEin DC-gekoppelter Speicher ist ein Batteriespeicher, der auf der Gleichstromseite zwischen PV-Strings und Wechselrichter integriert ist – typischerweise über einen Hybridwechselrichter. PV-Strom fließt so ohne zusätzliche Umwandlungsverluste direkt in die Batterie.
- DEHSt (Deutsche Emissionshandelsstelle)Die Deutsche Emissionshandelsstelle (DEHSt) ist die beim Umweltbundesamt angesiedelte nationale Vollzugsbehörde für den EU-Emissionshandel (EU-ETS) und seit 2021 auch für den nationalen Emissionshandel (nEHS). Sie teilt Zertifikate zu, führt das nationale Emissionsregister und prüft die Berichte der handelspflichtigen Anlagen.
- DIN EN 16247DIN EN 16247 ist die europäische Normenreihe für Energieaudits. Sie definiert Anforderungen an Prozess, Qualität und Dokumentation – mit allgemeinen Anforderungen (Teil 1) sowie Teilen für Gebäude (2), Prozesse (3) und Transport (4) – und ist der maßgebliche Standard für die Energieauditpflicht nach dem EDL-G.
- DIN V 18599DIN V 18599 ist die technische Normenreihe zur Berechnung des Energiebedarfs von Gebäuden für Heizung, Kühlung, Lüftung, Trinkwarmwasser und Beleuchtung. Seit dem GEG 2024 ist ihre Anwendung für den energetischen Nachweis grundsätzlich verpflichtend; seit der Neufassung von Oktober 2025 firmiert sie als DIN/TS 18599.
- DVGW (Regelwerk Gas)Der DVGW (Deutscher Verein des Gas- und Wasserfaches) ist der technische Regelsetzer der deutschen Gas- und Wasserwirtschaft. Sein Regelwerk – etwa das Arbeitsblatt G 600 (TRGI) für Gasinstallationen oder G 260 für die Gasbeschaffenheit – konkretisiert die im Energiewirtschaftsgesetz geforderten allgemein anerkannten Regeln der Technik und ist damit faktisch verbindliche Grundlage für Planung, Bau und Betrieb von Gasanlagen.
- Day-Ahead-MarktDer Day-Ahead-Markt ist das Marktsegment der Strombörse (in Deutschland v. a. EPEX SPOT), auf dem täglich um 12:00 Uhr in einer Auktion die Strompreise für den Folgetag bestimmt werden – seit Oktober 2025 in 96 Viertelstunden-Intervallen statt 24 Stundenblöcken.
- Deckungsbeitrag (Energie)Der Deckungsbeitrag im Energiegeschäft ist die Differenz zwischen den Energieerlösen und den variablen Kosten wie Beschaffung, Netzentgelten, Steuern, Abgaben und Messkosten. Er zeigt, wie viel ein Energieprodukt oder -vertrag zur Deckung der Fixkosten und zum Gewinn beiträgt.
- DegradationDegradation bezeichnet den schleichenden, irreversiblen Leistungsrückgang von PV-Modulen über die Betriebszeit durch Materialalterung. Typisch sind etwa 0,3 bis 0,6 Prozent pro Jahr; Herstellergarantien sichern meist 85 bis 90 Prozent der Nennleistung nach 25 bis 30 Jahren zu.
- Demand ResponseDemand Response bezeichnet die gezielte Anpassung des Energieverbrauchs als Reaktion auf Preis- oder Netzsignale. Verbraucher werden damit zu aktiven Marktteilnehmern, die Flexibilität für Markt und Netz bereitstellen.
- DirektvermarktungDirektvermarktung bezeichnet den Verkauf des Stroms aus Erneuerbare-Energien-Anlagen am Markt – über die Börse oder bilateral – statt gegen die feste Einspeisevergütung. Für Neuanlagen ab 100 kW installierter Leistung ist sie nach dem EEG verpflichtend; der Betreiber erhält den Markterlös plus Marktprämie.
- DoD (Depth of Discharge)DoD (Depth of Discharge, Entladetiefe) ist der prozentuale Anteil der Batteriekapazität, der bei einem Lade-Entlade-Zyklus genutzt wird. Eine höhere Entladetiefe bedeutet mehr genutzte Energie pro Zyklus, aber schnellere Alterung der Zellen.
- DoppelvermarktungsverbotDas Doppelvermarktungsverbot untersagt es Betreibern von Anlagen für erneuerbare Energien, denselben Strom mehrfach zu verkaufen oder in mehreren Veräußerungsformen gleichzeitig zu vermarkten. Geregelt ist es in § 80 EEG 2023, der auf die Veräußerungsformen nach § 21b EEG verweist.
- DrehstromDrehstrom ist dreiphasiger Wechselstrom mit drei um je 120° versetzten Spannungsphasen – der Standard für die industrielle und gewerbliche Stromversorgung. In Deutschland beträgt die Nennspannung 400 V zwischen den Außenleitern (Leiterspannung) bzw. 230 V zwischen Außenleiter und Neutralleiter (Strangspannung).
- Duck CurveDie Duck Curve beschreibt den charakteristischen, entenförmigen Verlauf der Residuallast an sonnigen Tagen mit hoher Photovoltaik-Einspeisung: Sie fällt mittags stark ab und steigt am frühen Abend, wenn die Solareinspeisung wegbricht und der Verbrauch gleichzeitig zunimmt, sprunghaft wieder an. Geprägt wurde der Begriff 2013 vom California Independent System Operator (CAISO); das Muster lässt sich inzwischen auch im deutschen Stromsystem beobachten.
- DunkelflauteEine Dunkelflaute ist eine meteorologische Situation, in der gleichzeitig wenig Wind weht und kaum Sonnenstrahlung vorhanden ist – typischerweise im Winterhalbjahr. Die erneuerbare Stromerzeugung fällt dann auf ein Minimum, während der Strombedarf hoch ist.
- Dynamischer TarifEin dynamischer Tarif ist ein Stromliefervertrag, dessen Preis die stündlichen oder viertelstündlichen Schwankungen der Strombörse unmittelbar an den Endkunden weitergibt. Seit dem 1. Januar 2025 müssen alle Stromlieferanten nach § 41a EnWG ein solches Produkt anbieten; Voraussetzung für die Nutzung ist ein intelligentes Messsystem (Smart Meter).
E
- E-FuelsE-Fuels sind synthetische Kraft- und Brennstoffe, die aus erneuerbarem Strom, per Elektrolyse gewonnenem Wasserstoff und CO2 hergestellt werden und chemisch fossilen Produkten wie Diesel, Kerosin oder Methan entsprechen. Weil sie molekular identisch sind, lassen sie sich in bestehenden Motoren, Tanks und Pipelines nutzen.
- ECC (European Commodity Clearing)Die European Commodity Clearing AG (ECC) mit Sitz in Leipzig ist die zentrale Gegenpartei (CCP) für die Energiebörsen der EEX-Gruppe, darunter EEX, EPEX Spot und EEX Asia. Sie tritt bei jedem geclearten Handelsgeschäft als Käufer gegenüber dem Verkäufer und als Verkäufer gegenüber dem Käufer auf und sichert so die Erfüllung ab.
- EDIFACT-MarktkommunikationEDIFACT-Marktkommunikation bezeichnet den elektronischen Datenaustausch im deutschen Energiemarkt auf Basis des internationalen EDIFACT-Standards. Über standardisierte Nachrichten kommunizieren Netzbetreiber, Lieferanten und Messstellenbetreiber alle Marktprozesse – vom Lieferantenwechsel bis zur Abrechnung.
- EDL-G (Energiedienstleistungsgesetz)Das Energiedienstleistungsgesetz (EDL-G) verpflichtet Unternehmen, die keine kleinen oder mittleren Unternehmen (KMU) sind, zu regelmäßigen Energieaudits nach DIN EN 16247-1 und setzt damit Teile der EU-Energieeffizienzrichtlinie in deutsches Recht um. Maßgeblich ist die Unternehmensgröße nach § 1 Nr. 4 EDL-G, nicht der Energieverbrauch. Unternehmen mit höchstens 500.000 Kilowattstunden Gesamtendenergieverbrauch im Jahr können die Pflicht vereinfacht erfüllen (§ 8 Abs. 4 EDL-G). Wer ein zertifiziertes Energie- oder Umweltmanagementsystem betreibt, ist von der separaten Auditpflicht befreit.
- EED (EU-Energieeffizienzrichtlinie)Die EU-Energieeffizienzrichtlinie (EED, Richtlinie 2023/1791) verpflichtet die Mitgliedstaaten zu verbindlichen Energieeinsparzielen und schreibt großen Energieverbrauchern Energieaudits oder Energiemanagementsysteme vor. In Deutschland wird sie über das Energieeffizienzgesetz (EnEfG) und das Energiedienstleistungsgesetz (EDL-G) umgesetzt.
- EEGDas EEG (Erneuerbare-Energien-Gesetz) ist das zentrale deutsche Fördergesetz für Strom aus erneuerbaren Quellen wie Solar, Wind, Wasser, Biomasse und Geothermie, in Kraft seit 2000. Es garantiert Anlagenbetreibern Abnahme und Vergütung ihres Stroms in der Regel über 20 Jahre.
- EEG-UmlageDie EEG-Umlage war ein bis Mitte 2022 erhobener Bestandteil des Strompreises (in ct/kWh), der die Differenz zwischen EEG-Einspeisevergütungen und Börsenerlösen auf die Stromverbraucher umlegte. Zum 1. Juli 2022 wurde sie auf null gesetzt und ab 2023 vollständig abgeschafft; die EEG-Förderung wird seither aus Bundesmitteln finanziert.
- EEW (Bundesförderung Energie- und Ressourceneffizienz)Die EEW (Bundesförderung für Energie- und Ressourceneffizienz in der Wirtschaft) ist ein BAFA-Förderprogramm, das Unternehmen bei Investitionen in effizientere Anlagen, Prozesse und Energiemanagement mit Zuschüssen und zinsgünstigen Krediten unterstützt. Sie richtet sich an Unternehmen, Freiberufler und kommunale Betriebe gleichermaßen.
- EEXDie EEX (European Energy Exchange) ist die zentrale europäische Energiebörse mit Sitz in Leipzig. Sie entstand 2002 aus der Fusion der Strombörsen in Leipzig und Frankfurt und gehört heute mehrheitlich zur Gruppe Deutsche Börse.
- EMAS (Umweltmanagementsystem)EMAS (Eco-Management and Audit Scheme) ist ein freiwilliges Umweltmanagementsystem der EU nach Verordnung (EG) Nr. 1221/2009, das auf ISO 14001 aufbaut und zusätzlich eine veröffentlichte, extern validierte Umwelterklärung verlangt. Unternehmen mit EMAS-Registrierung gelten in der Regel als von der separaten Energieaudit-Pflicht nach EDL-G befreit.
- EMIREMIR (European Market Infrastructure Regulation, Verordnung (EU) Nr. 648/2012) regelt seit 2012 den Handel mit außerbörslichen (OTC-)Derivaten in der EU und verpflichtet Marktteilnehmer zu Meldung an ein Transaktionsregister sowie unter bestimmten Voraussetzungen zum Clearing über eine zentrale Gegenpartei. Energieunternehmen sind betroffen, wenn sie Strom- oder Gasderivate zur Preisabsicherung einsetzen.
- EN 50160 (Spannungsqualität)DIN EN 50160 ist die europäische Norm, die die wesentlichen Merkmale der Netzspannung in öffentlichen Nieder- und Mittelspannungsnetzen unter normalen Betriebsbedingungen definiert – etwa zulässige Spannungsschwankungen, Oberschwingungen und Unsymmetrie. Sie ist der zentrale Maßstab, an dem Netzbetreiber die Qualität der gelieferten Spannung messen lassen müssen.
- ENTSO-EENTSO-E (European Network of Transmission System Operators for Electricity) ist der Verband der europäischen Übertragungsnetzbetreiber, dem seit 2008 43 Netzbetreiber aus 36 Ländern angehören. Er koordiniert Netzsicherheit, entwickelt gemeinsame Netzkodizes und erstellt alle zwei Jahre den europäischen Zehnjahres-Netzentwicklungsplan (TYNDP).
- EPBD (EU-Gebäuderichtlinie)Die EPBD (Energy Performance of Buildings Directive) ist die EU-Gebäuderichtlinie zur Energieeffizienz von Gebäuden. Die aktuelle Fassung (EU) 2024/1275 ist seit dem 28. Mai 2024 in Kraft und muss von den Mitgliedstaaten bis Ende Mai 2026 in nationales Recht umgesetzt werden; Ziel ist ein nahezu klimaneutraler Gebäudebestand bis 2050.
- EPEX SPOTDie EPEX SPOT (European Power Exchange SPOT) ist der Marktplatz für den kurzfristigen Stromhandel (Day-Ahead und Intraday) mit Sitz in Paris, eine Tochtergesellschaft der EEX Group. Sie betreibt unter anderem die Day-Ahead-Auktion für Deutschland, die seit Oktober 2025 in 15-Minuten-Zeiteinheiten stattfindet.
- EU-BatterieverordnungDie EU-Batterieverordnung (EU) 2023/1542 regelt europaweit einheitlich Herstellung, Kennzeichnung, Sorgfaltspflichten und Rücknahme von Batterien. Sie ist am 17. August 2023 in Kraft getreten und gilt seit dem 18. Februar 2024 unmittelbar in allen Mitgliedstaaten, wobei viele Einzelpflichten seit dem 18. August 2024 stufenweise wirksam werden.
- EU-ETSDas EU-ETS (EU-Emissionshandelssystem) ist das zentrale klimapolitische Instrument der EU zur Begrenzung von Treibhausgasemissionen aus Energiewirtschaft, Industrie sowie inzwischen Luft- und Seeverkehr. Betreiber erfasster Anlagen müssen für jede emittierte Tonne CO₂ ein Zertifikat (EUA) abgeben, dessen Preis sich am Markt bildet.
- EU-ETS 2EU-ETS 2 ist das neue, eigenständige europäische Emissionshandelssystem für Gebäudewärme und Straßenverkehr, bei dem Brennstofflieferanten statt Endverbrauchern Zertifikate für die CO2-Emissionen ihrer verkauften Kraft- und Heizstoffe kaufen müssen. Der ursprünglich für 2027 geplante Start wurde im November 2025 auf 2028 verschoben.
- EU-Strommarktverordnung 2019/943Die EU-Strommarktverordnung (EU) 2019/943 ist Teil des Clean Energy Package und legt die Grundregeln für den europäischen Strombinnenmarkt fest – darunter Gebotszonen, die Marktkopplung über Ländergrenzen hinweg sowie die Pflicht, mindestens 70 Prozent der grenzüberschreitenden Übertragungskapazität für den Handel bereitzustellen.
- EUA (European Emission Allowance)Eine EUA (European Union Allowance) ist eine Emissionsberechtigung im EU-Emissionshandelssystem (EU-ETS): Sie berechtigt zum Ausstoß einer Tonne CO2-Äquivalent und wird an Börsen wie der EEX gehandelt. Der Preis bildet sich aus Angebot und Nachfrage, wobei die verfügbare Gesamtmenge (Cap) jährlich planmäßig sinkt.
- EUPHEMIA (Kopplungsalgorithmus)EUPHEMIA berechnet als zentraler Kopplungsalgorithmus die Day-Ahead-Strompreise für alle am Single Day-Ahead Coupling teilnehmenden europäischen Gebotszonen gleichzeitig und verteilt dabei die verfügbaren grenzüberschreitenden Übertragungskapazitäten so, dass die gesamtwirtschaftliche Wohlfahrt maximiert wird.
- Effizienzhaus (BEG-Standard)Ein Effizienzhaus ist ein Gebäude, dessen Primärenergiebedarf und Transmissionswärmeverlust im Verhältnis zu einem gesetzlich definierten Referenzgebäude bewertet werden. Die Kennzahl, etwa Effizienzhaus 55 oder 40, gibt an, wie viel Prozent des Energiebedarfs des Referenzgebäudes das tatsächliche Gebäude maximal benötigen darf – je niedriger die Zahl, desto strenger der Standard.
- EichfristDie Eichfrist ist der Zeitraum, in dem ein Messgerät wie ein Strom-, Gas-, Wasser- oder Wärmezähler als geeicht und damit als rechtlich verwertbare Abrechnungsgrundlage gilt. Sie ist je nach Zählertyp und Bauart im Mess- und Eichgesetz (MessEG) und in Anlage 7 der Mess- und Eichverordnung (MessEV) unterschiedlich lang festgelegt.
- EichrechtskonformitätEichrechtskonformität bedeutet, dass ein Messgerät und die zugehörige Datenverarbeitung den Anforderungen des Mess- und Eichgesetzes (MessEG) sowie der Mess- und Eichverordnung (MessEV) entsprechen. Bei Ladesäulen ist sie seit April 2019 verpflichtend, sobald nach Kilowattstunden abgerechnet wird.
- EigenverbrauchEigenverbrauch ist die direkte Nutzung selbst erzeugten Stroms – etwa aus einer PV-Anlage – am Erzeugungsort, ohne Umweg über das öffentliche Netz. Er ist in der Regel deutlich günstiger als Netzbezug, da Netzentgelte, Umlagen und Steuern entfallen oder reduziert sind.
- EigenverbrauchsquoteDie Eigenverbrauchsquote ist der Anteil des selbst erzeugten Stroms, der direkt vor Ort verbraucht oder zwischengespeichert und verbraucht wird – also nicht ins Netz eingespeist. Sie berechnet sich als eigenverbrauchte Menge geteilt durch die Gesamterzeugung.
- Einsatzverantwortlicher (EIV)Der Einsatzverantwortliche (EIV) ist die vom Anlagenbetreiber benannte Instanz, die im Rahmen von Redispatch 2.0 die Kommunikation mit dem Netzbetreiber übernimmt – von der Übermittlung von Stammdaten bis zu Fahrplänen und Ist-Einspeisungen der Erzeugungs- oder Speicheranlage. Die Rolle kann der Anlagenbetreiber selbst oder ein beauftragter Dienstleister ausfüllen.
- EinspeisemanagementEinspeisemanagement war die bis September 2021 geltende Maßnahme der Netzbetreiber zur temporären Abregelung von EE- und KWK-Anlagen bei Netzengpässen nach §§ 14, 15 EEG. Zum 1. Oktober 2021 wurde es durch das Redispatch 2.0 nach §§ 13, 13a und 14 EnWG abgelöst, das alle Anlagen ab 100 kW in ein einheitliches Engpassmanagement einbezieht.
- EinspeisevergütungDie Einspeisevergütung ist eine gesetzlich festgelegte Vergütung in ct/kWh für Strom aus Erneuerbare-Energien-Anlagen, der ins öffentliche Netz eingespeist wird. Sie ist im EEG geregelt und wird ab Inbetriebnahme in der Regel für 20 Jahre garantiert.
- EinspeisevorrangDer Einspeisevorrang ist das gesetzliche Vorrecht von Erneuerbare-Energien- und KWK-Anlagen, ihren Strom bevorzugt ins Netz einzuspeisen. Netzbetreiber müssen EE-Strom nach § 11 EEG vorrangig abnehmen, übertragen und verteilen; für KWK-Anlagen gilt Entsprechendes nach § 3 KWKG.
- ElektrodenkesselEin Elektrodenkessel ist eine Power-to-Heat-Anlage, die Wasser direkt über Elektroden als ohmschen Widerstand mit Wechselstrom erhitzt und dabei Wirkungsgrade von rund 99 Prozent erreicht. Anlagen dieser Bauart werden mit Leistungen von etwa 0,5 bis 90 Megawatt gebaut und vor allem in Fernwärmenetzen sowie zur Netzstabilisierung eingesetzt.
- ElektrolyseElektrolyse ist die Aufspaltung von Wasser in Wasserstoff und Sauerstoff mithilfe von elektrischem Strom und bildet die technische Grundlage für die Herstellung von grünem Wasserstoff. Übliche Verfahren sind die alkalische Elektrolyse mit einem Wirkungsgrad von etwa 65 Prozent, die PEM-Elektrolyse mit rund 63 Prozent sowie die Hochtemperatur-Elektrolyse mit über 80 Prozent.
- EmissionsfaktorDer Emissionsfaktor quantifiziert die Treibhausgasemissionen pro Energieeinheit eines Energieträgers, angegeben in g CO₂-Äquivalent pro kWh. Er ist die Grundlage für CO₂-Bilanzen, Nachhaltigkeitsberichte und viele Förderprogramme.
- EnEfGDas EnEfG (Energieeffizienzgesetz) ist ein Bundesgesetz von November 2023, das verbindliche Energieeffizienzziele für Deutschland bis 2030 festlegt – unter anderem eine Senkung des Endenergieverbrauchs um 26,5 Prozent und des Primärenergieverbrauchs um rund 39 Prozent gegenüber 2008 – und Pflichten für Unternehmen, Rechenzentren und die öffentliche Hand einführt.
- EnFG (Energiefinanzierungsgesetz)Das Energiefinanzierungsgesetz (EnFG) regelt seit 2023, wie die Förderung erneuerbarer Energien und der Kraft-Wärme-Kopplung sowie weitere netzbezogene Kosten finanziert werden – die EEG-Förderung läuft seither vollständig über den Bundeshaushalt statt über die frühere EEG-Umlage. KWKG-Umlage, Offshore-Netzumlage und die Umlage nach § 19 StromNEV werden weiterhin über das EnFG erhoben.
- EnPI (Energieleistungskennzahl)Eine EnPI (Energy Performance Indicator, Energieleistungskennzahl) ist nach ISO 50001 ein quantitativer Wert oder eine Messgröße, mit der die energiebezogene Leistung eines Unternehmens, Standorts oder Prozesses bewertet wird. Sie bildet die zentrale Messgrundlage, um Fortschritte im Energiemanagementsystem nachzuweisen.
- EnWGDas EnWG (Energiewirtschaftsgesetz) ist das zentrale Bundesgesetz des deutschen Energiemarkts. Es setzt den rechtlichen Rahmen für Strom- und Gasversorgung, Netzbetrieb, Regulierung und Marktorganisation und regelt unter anderem Netzzugang, Entflechtung, Grundversorgung und Verbraucherschutz.
- EndenergieEndenergie ist die Energiemenge, die beim Endverbraucher nach allen Umwandlungs- und Transportverlusten tatsächlich ankommt – also die in Rechnung gestellte Menge (kWh Strom, kWh Gas, Liter Heizöl). Sie unterscheidet sich von der Primärenergie (eingesetzter Rohstoff) und der Nutzenergie (nach Geräteverlusten verfügbare Wärme, Licht oder Kraft).
- EndenergiebedarfDer Endenergiebedarf ist die rechnerisch ermittelte Energiemenge, die einem Gebäude an der Systemgrenze zugeführt werden muss, um Heizung, Warmwasser und gegebenenfalls Kühlung und Lüftung unter Normbedingungen zu decken. Er berücksichtigt die Verluste der Anlagentechnik, nicht aber vorgelagerte Umwandlungsverluste; die Einheit ist kWh/(m²·a).
- Energie-MonitoringEnergie-Monitoring ist die echtzeitnahe oder intervallbasierte Überwachung von Energieverbräuchen, Erzeugungs- und Speicherdaten über vernetzte Zähler und Sensoren. Es ermöglicht schnelle Reaktion auf Abweichungen, frühe Fehlererkennung und präzise Verbrauchszuordnung.
- EnergieauditEin Energieaudit ist eine systematische Untersuchung des Energieeinsatzes eines Unternehmens nach DIN EN 16247-1 mit dem Ziel, Energieflüsse transparent zu machen und wirtschaftliche Einsparmaßnahmen zu identifizieren. Für große Unternehmen (Nicht-KMU) ist es nach § 8 EDL-G verpflichtend und mindestens alle vier Jahre zu wiederholen.
- EnergieausweisDer Energieausweis ist ein Dokument zur standardisierten energetischen Bewertung eines Gebäudes, ausgestellt von einer dafür qualifizierten Person. Nach dem Gebäudeenergiegesetz (GEG) ist er bei Verkauf, Neuvermietung und Neubau vorgeschrieben und 10 Jahre gültig.
- EnergiebedarfDer Energiebedarf ist die theoretisch berechnete Energiemenge, die ein Gebäude oder eine Anlage unter Normnutzungsbedingungen benötigt. Er unterscheidet sich vom tatsächlichen Energieverbrauch durch standardisierte Nutzungsannahmen und wird im Gebäudebereich nach dem GEG im Energieausweis ausgewiesen.
- EnergiebedarfsausweisDer Energiebedarfsausweis ist die Variante des Energieausweises, bei der der Energiebedarf rechnerisch aus den Gebäudeeigenschaften ermittelt wird – unabhängig vom tatsächlichen Nutzerverhalten. Für Neubauten ist er stets vorgeschrieben, im Bestand für kleine, energetisch nicht modernisierte Altbauten.
- EnergieberaterEin Energieberater ist eine Fachperson mit nachgewiesener Qualifikation für die energetische Bewertung von Gebäuden und Betrieben sowie für Effizienzempfehlungen. Für die meisten staatlich geförderten Beratungen und Nachweise ist die Listung in der Energieeffizienz-Expertenliste des Bundes (geführt bei der dena) erforderlich.
- EnergieberatungEnergieberatung ist die professionelle Analyse und Optimierung des Energieeinsatzes in Gebäuden oder Betrieben mit dem Ziel, Kosten zu senken und Emissionen zu reduzieren. Sie umfasst Bestandsanalyse, Einsparpotenziale, Maßnahmenempfehlungen und Wirtschaftlichkeitsbetrachtung.
- EnergiebörseEine Energiebörse ist ein organisierter, regulierter Handelsplatz für standardisierte Energieprodukte wie Strom, Erdgas und CO₂-Emissionszertifikate. Sie dient als Preisfindungsmechanismus und Liquiditätsplattform des Energiemarkts.
- EnergiecontrollingEnergiecontrolling ist die laufende, systematische Erfassung, Analyse und Bewertung von Energiedaten zur Steuerung des Energieeinsatzes und zur Überprüfung der Zielerreichung bei der Energieeffizienz.
- Energieeffizienz-ExperteEin Energieeffizienz-Experte ist eine in der Energieeffizienz-Expertenliste der Deutschen Energie-Agentur (dena) registrierte Fachperson, deren Einbindung Voraussetzung für zahlreiche Förderprogramme des Bundes ist. Seit dem 1. Juli 2023 erfolgt die Zulassung über diese Liste statt direkt über das BAFA.
- EnergieeffizienzklasseEnergieeffizienzklassen sind standardisierte Bewertungsskalen (etwa A bis G) für den Energieverbrauch von Geräten, Fahrzeugen und Gebäuden. Die Einstufung basiert auf gemessenem oder berechnetem Verbrauch im Verhältnis zu einem Referenzwert – je niedriger der Verbrauch, desto besser die Klasse.
- EnergieeffizienzpflichtenEnergieeffizienzpflichten sind gesetzliche Anforderungen an Unternehmen und öffentliche Stellen, Energieeinsparungen nachzuweisen oder systematisch zu erschließen. Sie gehen auf die EU-Energieeffizienzrichtlinie (EED) zurück und sind in Deutschland vor allem im Energieeffizienzgesetz (EnEfG) und im Energiedienstleistungsgesetz (EDL-G) verankert.
- EnergiegenossenschaftEine Energiegenossenschaft ist eine genossenschaftlich organisierte Gemeinschaft von Bürgerinnen und Bürgern, die gemeinsam in Energieprojekte wie Photovoltaikanlagen, Windparks oder Nahwärmenetze investiert und diese betreibt.
- EnergieintensitätDie Energieintensität misst den Energieverbrauch je Einheit wirtschaftlicher Leistung, etwa in kWh pro Euro Umsatz oder pro Produktionseinheit. Sie ist ein zentraler Indikator für die Energieeffizienz eines Unternehmens oder einer Volkswirtschaft; sinkende Werte signalisieren Effizienzgewinne oder Strukturwandel.
- EnergielieferantEin Energielieferant ist ein Unternehmen, das Strom oder Gas an Endkunden verkauft, ohne notwendigerweise selbst Energie zu erzeugen oder ein Netz zu betreiben. In Deutschland sind über tausend Stromlieferanten aktiv.
- EnergiemanagementEnergiemanagement ist die systematische, planmäßige Steuerung und kontinuierliche Verbesserung der energiebezogenen Leistung einer Organisation. Es umfasst Erfassung, Analyse, Steuerung und Optimierung des Energieeinsatzes mit dem Ziel, Verbrauch, Kosten und CO₂-Emissionen dauerhaft zu senken.
- Energiemanagementsystem (EnMS)Ein Energiemanagementsystem (EnMS) ist ein Organisationssystem nach ISO 50001, das alle Prozesse, Verantwortlichkeiten und Dokumente für die kontinuierliche Verbesserung der Energieeffizienz systematisch organisiert – von der Energiepolitik über Ziele und Messung bis zum Management-Review.
- EnergieproduktivitätDie Energieproduktivität ist der Kehrwert der Energieintensität und gibt an, welche wirtschaftliche Leistung pro eingesetzter Energieeinheit erzielt wird, etwa in Euro pro kWh. Ein Anstieg bedeutet, dass mit geringerem Energieeinsatz mehr produziert wird.
- Energieserviceanbieter (ESA)Der Energieserviceanbieter (ESA) ist eine eigenständige Marktrolle in der Marktkommunikation der deutschen Energiewirtschaft, über die Dienstleister im Auftrag des Anschlussnutzers Zählerstände beim Messstellenbetreiber abrufen dürfen. Die abgerufenen Daten dürfen ausschließlich im Verhältnis zum Anschlussnutzer verwendet werden, nicht zur Abrechnung gegenüber Dritten.
- EnergieträgerEnergieträger sind Stoffe oder physikalische Phänomene, die in andere Energieformen umgewandelt werden können. Man unterscheidet primäre Energieträger wie Kohle, Öl, Gas, Uran, Wind und Sonne, die direkt aus der Natur stammen, von sekundären wie Strom, Fernwärme und Wasserstoff, die durch Umwandlung entstehen.
- EnergieverbrauchsausweisDer Energieverbrauchsausweis ist die Variante des Energieausweises, die auf gemessenen Verbrauchsdaten der letzten drei Jahre basiert und damit das tatsächliche Nutzungsverhalten widerspiegelt. Er ist für die meisten Bestandsgebäude zulässig, insbesondere für Wohngebäude ab fünf Wohnungen.
- Energieversorger (EVU)Energieversorger (EVU) ist der Oberbegriff für Unternehmen, die in der Wertschöpfungskette der Energieversorgung tätig sind – Erzeugung, Transport, Verteilung oder Lieferung. EVU können vertikal integriert sein oder sich auf einzelne Segmente spezialisieren.
- EnergieversorgungssicherheitEnergieversorgungssicherheit bezeichnet die Fähigkeit eines Energiesystems, die Nachfrage jederzeit zuverlässig und zu bezahlbaren Preisen zu decken. Sie umfasst physische Verfügbarkeit (Adequacy), Systemstabilität (Security) und wirtschaftliche Tragfähigkeit.
- Energieversorgungsunternehmen (EVU)Ein Energieversorgungsunternehmen (EVU) ist ein Unternehmen, das Energie – Strom, Gas oder Wärme – erzeugt, transportiert oder an Endkunden liefert. In Deutschland reicht das Spektrum von weit über tausend lokalen Stadtwerken und Regionalversorgern bis zu Konzernen wie E.ON, RWE, EnBW und Vattenfall; sie unterliegen dem Energiewirtschaftsgesetz (EnWG).
- EnergiewendeDie Energiewende ist der umfassende Umbau des deutschen und europäischen Energiesystems hin zu erneuerbaren Energien, höherer Effizienz und Dekarbonisierung aller Sektoren – mit den gesetzlichen Zielen Klimaneutralität bis 2045 und 80 Prozent Erneuerbaren-Anteil am Bruttostromverbrauch bis 2030.
- EngpassmanagementEngpassmanagement umfasst alle Maßnahmen der Netzbetreiber, um Überlastungen von Leitungen und Transformatoren zu verhindern oder zu beseitigen. Die wichtigsten Instrumente sind Redispatch, Countertrading und Anpassungen der Netztopologie.
- Entry-Exit-SystemDas Entry-Exit-System ist das regulatorische Modell für den Gasnetzzugang, das Einspeisepunkte (Entry) und Ausspeisepunkte (Exit) voneinander entkoppelt. Statt eines physischen Transportpfads buchen Händler separate Kapazitäten an Ein- und Ausspeisepunkten.
- Entry-PunktEin Entry-Punkt ist ein Einspeisepunkt im Entry-Exit-Gassystem, an dem Gas in das Marktgebiet eingespeist wird. Typische Entry-Punkte sind Grenzübergangsstellen, LNG-Terminals, Gasspeicher und Biogaseinspeiseanlagen.
- ErdgasErdgas ist ein fossiler Energieträger, der überwiegend aus Methan (ca. 85–98 %) besteht. Es ist der wichtigste fossile Brennstoff für Gebäudewärme, Industrie und flexible Stromerzeugung in Deutschland und wird über das Gasnetz oder als LNG transportiert.
- ErlösobergrenzeDie Erlösobergrenze ist die maximale Gesamteinnahme, die ein Netzbetreiber in einer Regulierungsperiode aus Netzentgelten erzielen darf. Sie wird im Rahmen der Anreizregulierung nach der ARegV individuell festgelegt; Über- oder Unterschreitungen werden in Folgejahren ausgeglichen.
- Erneuerbare EnergienErneuerbare Energien sind Energiequellen, die sich in menschlichen Zeitmaßstäben natürlich erneuern: Sonnenenergie (Photovoltaik, Solarthermie), Windenergie, Wasserkraft, Biomasse, Geothermie und Meeresenergie. Sie verursachen im Betrieb keinen oder nur minimalen CO₂-Ausstoß.
- ErsatzversorgungDie Ersatzversorgung ist die kurzfristige Notversorgung durch den Grundversorger, die automatisch einsetzt, wenn der bisherige Lieferant ausfällt – etwa bei Insolvenz. Sie dauert maximal drei Monate und ist in § 38 EnWG geregelt; die Preise liegen meist über dem Marktniveau.
- Exit-PunktEin Exit-Punkt ist ein Ausspeisepunkt im Entry-Exit-Gassystem, an dem Gas aus dem Marktgebiet entnommen wird. Typische Exit-Punkte sind Haushalts- und Gewerbekunden, industrielle Verbrauchsstellen, Kraftwerke und Gasspeicher beim Einspeichern.
F
- FSRU (Floating Storage and Regasification Unit)Eine FSRU ist ein schwimmendes Spezialschiff, das importiertes Flüssigerdgas (LNG) an Bord speichert, wieder in seinen gasförmigen Zustand zurückführt (Regasifizierung) und über eine Anbindungsleitung direkt in das Gasfernleitungsnetz einspeist.
- FahrplanEin Fahrplan ist die viertelstundenscharfe Nominierung von Energiemengen, die ein Bilanzkreisverantwortlicher beim Übertragungsnetzbetreiber einreicht. Er legt fest, wie viel Energie in jeder Viertelstunde des Folgetags ein- und ausgespeist oder zwischen Bilanzkreisen ausgetauscht wird.
- FahrplanabweichungEine Fahrplanabweichung ist die Differenz zwischen dem nominierten Fahrplan und der tatsächlich gemessenen Einspeisung oder Entnahme. Sie entsteht durch Prognosefehler, technische Störungen oder kurzfristige Verbrauchsänderungen und ist die Grundlage der Ausgleichsenergiekosten.
- FahrplanmanagementFahrplanmanagement bezeichnet die Planung und fristgerechte Meldung aller gehandelten, erzeugten und verbrauchten Energiemengen als Fahrplan an den zuständigen Übertragungsnetzbetreiber. Fahrpläne müssen in 15-Minuten-Auflösung für den Folgetag bis spätestens 14:30 Uhr gemeldet werden.
- FernauslesungFernauslesung ist die automatische Übertragung von Zähler- und Verbrauchsdaten an den Messstellenbetreiber ohne Vor-Ort-Termin eines Ablesers. Bei intelligenten Messsystemen erfolgt sie über das Smart Meter Gateway täglich oder viertelstündlich und eliminiert Ablesefehler und manuelle Prozesse.
- Fernleitungsnetzbetreiber (FNB)Fernleitungsnetzbetreiber betreiben die überregionalen Hochdruck-Gasleitungen, über die Erdgas und zunehmend Wasserstoff quer durch Deutschland und über Landesgrenzen hinweg transportiert wird, und übergeben die Molekülmenge an die nachgelagerten Verteilnetze.
- Fernsteuerbarkeit (§ 10b EEG)Fernsteuerbarkeit bedeutet, dass eine Anlage für erneuerbare Energien in der Direktvermarktung so ausgestattet sein muss, dass der Direktvermarkter die Ist-Einspeisung jederzeit abrufen und die Einspeiseleistung bei Bedarf reduzieren kann. Seit dem Solarpaket I vom Mai 2024 sind PV-Anlagen unter 25 kWp von dieser Pflicht ausgenommen.
- FernwärmeFernwärme ist leitungsgebundene Wärme, die zentral erzeugt – häufig in Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen, Heizwerken oder aus industrieller Abwärme – und über ein Wärmenetz an angeschlossene Gebäude verteilt wird, ohne dass diese eine eigene Heizanlage benötigen.
- FestpreisvertragEin Festpreisvertrag ist ein Energieliefervertrag mit für die gesamte Laufzeit fixierten Preisbestandteilen – Arbeits- und Grundpreis bleiben konstant. Er bietet maximale Planungssicherheit, schließt aber die Teilhabe an fallenden Preisen aus; typische Laufzeiten sind 12–24 Monate.
- FeuerstättenschauDie Feuerstättenschau ist die gesetzlich vorgeschriebene Prüfung aller Feuerungsanlagen eines Gebäudes durch den zuständigen Bezirksschornsteinfeger. Nach § 14 des Schornsteinfeger-Handwerksgesetzes (SchfHwG) muss sie innerhalb von sieben Jahren zweimal erfolgen, wobei zwischen den Terminen mindestens drei Jahre liegen müssen.
- Flüssiggas (LPG)Flüssiggas (LPG) ist ein Gemisch aus Propan und Butan, das bereits bei moderatem Druck (ca. 2–8 bar) flüssig wird und in Flaschen oder Tanks lagerbar ist. Es dient als Heizbrennstoff in Gebieten ohne Gasnetzanschluss und wird in Litern oder Kilogramm abgerechnet.
- Frontjahr (Base-Jahresprodukt)Das Frontjahr ist im Stromterminhandel das nächstfolgende volle Kalenderjahr, für das ein Jahresprodukt an der Börse gehandelt wird – meist die zentrale Preisreferenz für die tranchierte Energiebeschaffung von Unternehmen im Folgejahr.
- FuelEU MaritimeFuelEU Maritime ist eine EU-Verordnung, die seit dem 1. Januar 2025 vorschreibt, dass große Handelsschiffe die Treibhausgasintensität der an Bord verbrauchten Energie schrittweise gegenüber dem Stand von 2020 senken müssen, beginnend mit minus 2 Prozent.
- Futures und ForwardsFutures und Forwards sind Terminkontrakte, mit denen der Preis für eine künftige Strom- oder Gaslieferung bereits heute festgelegt wird. Futures werden standardisiert an der Börse EEX gehandelt und über eine Clearingstelle abgewickelt, Forwards dagegen individuell und außerbörslich (OTC) zwischen zwei Vertragspartnern vereinbart.
G
- GEGDas GEG (Gebäudeenergiegesetz) ist das zentrale Bundesgesetz für energetische Anforderungen an Gebäude in Deutschland, in Kraft seit November 2020 als Nachfolger von EnEV, EEWärmeG und EnEG. Es regelt Anforderungen an Neubau und Sanierung, die Pflicht zur Nutzung erneuerbarer Energien beim Heizen und die Energieausweispflicht.
- GEIG (Gebäude-Elektromobilitätsinfrastrukturgesetz)Das GEIG verpflichtet Bauherren und Gebäudeeigentümer, bei Neubau, größeren Renovierungen und ab bestimmten Stellplatzzahlen auch im Bestand Leitungsinfrastruktur für Elektrofahrzeug-Ladepunkte vorzusehen – teils zusätzlich mindestens einen tatsächlichen Ladepunkt. Es setzt Vorgaben der EU-Gebäuderichtlinie (EPBD) in deutsches Recht um und wurde 2026 novelliert, um die verschärften Anforderungen der EPBD-Neufassung abzubilden.
- GNDEWDas GNDEW (Gesetz zum Neustart der Digitalisierung der Energiewende) ist ein im Mai 2023 verkündetes Artikelgesetz, das insbesondere das Messstellenbetriebsgesetz grundlegend novelliert, den Rollout intelligenter Messsysteme neu ausrichtet und mit § 14a EnWG sowie § 42b EnWG zwei zentrale neue Regelungen für steuerbare Verbrauchseinrichtungen und die gemeinschaftliche Gebäudeversorgung ins Energiewirtschaftsgesetz eingeführt hat.
- GPKEGPKE (Geschäftsprozesse zur Kundenbelieferung mit Elektrizität) ist das von der Bundesnetzagentur festgelegte Regelwerk für die standardisierten Marktprozesse im deutschen Strommarkt. Es definiert, welche Nachrichten in welchen Fristen zwischen Lieferant, Netzbetreiber und Messstellenbetreiber ausgetauscht werden.
- GaBi GasGaBi Gas ist das von der Bundesnetzagentur festgelegte Grundmodell für Ausgleichsleistungen und Bilanzierungsregeln im deutschen Gasmarkt – es regelt, wie Ein- und Ausspeisungen im Marktgebiet bilanziert und Abweichungen ausgeglichen werden.
- GasGVVDie GasGVV (Gasgrundversorgungsverordnung) ist eine Bundesverordnung, die die allgemeinen Bedingungen der Gas-Grundversorgung nach § 36 EnWG regelt – darunter Vertragsschluss, Preisänderungen, Abrechnung, Kündigungsfristen und Sonderkündigungsrechte für Haushaltskunden.
- GasNZV (Gasnetzzugangsverordnung)Die Gasnetzzugangsverordnung (GasNZV) regelte bis zum 31. Dezember 2025 den Zugang zum deutschen Gasfernleitungs- und Verteilnetz, insbesondere Kapazitätsvergabe, Bilanzierung und den Lieferantenwechselprozess im Entry-Exit-System. Seit dem 1. Januar 2026 ist die Verordnung außer Kraft; ihre Inhalte werden über Festlegungen der Bundesnetzagentur fortgeführt.
- Gasgerätekostenerstattungsverordnung (GasGKErstV)Die Gasgerätekostenerstattungsverordnung (GasGKErstV) regelt, dass Eigentümer nicht anpassbarer Gasheizgeräte im Rahmen der Marktraumumstellung von L-Gas auf H-Gas eine pauschale Kostenerstattung vom zuständigen Netzbetreiber erhalten. Die Höhe richtet sich nach dem Alter des betroffenen Geräts zum Zeitpunkt der technischen Umstellung.
- GasliefervertragEin Gasliefervertrag ist ein schuldrechtlicher Vertrag zwischen Gaslieferant und Endkunde über die Belieferung mit Erdgas oder Biomethan zu vereinbarten Mengen, Preisen und Konditionen. Er regelt Preisbestandteile, Laufzeit, Lieferstelle und Kündigungsfristen.
- GasnetzDas Gasnetz ist das gesamte Leitungssystem für Transport und Verteilung von Erd- und Biogasen, gegliedert in Fernleitungsnetz (Hochdruck, über 16 bar), regionale Verteilung (Mitteldruck) und örtliches Verteilnetz (Niederdruck). In Deutschland umfasst es rund 500.000 km Leitungen.
- GasspeicherumlageDie Gasspeicherumlage war ein Aufschlag auf den Gaspreis zur Finanzierung der Befüllung deutscher Gasspeicher; sie wird zum 1. Januar 2026 vollständig abgeschafft und durch ein Erstattungsverfahren aus dem Bundeshaushalt ersetzt.
- GeLi GasGeLi Gas (Geschäftsprozesse Lieferantenwechsel Gas) ist das Regelwerk der Bundesnetzagentur für standardisierte Marktprozesse im deutschen Gasmarkt – das Pendant zur GPKE im Strommarkt. Es regelt Lieferantenwechsel, An- und Abmeldung von Ausspeisepunkten sowie den Datenaustausch der Marktpartner.
- GebotszoneEine Gebotszone ist die kleinste geografische Einheit im europäischen Stromgroßhandel, innerhalb derer am Day-Ahead- und Intraday-Markt ein einheitlicher Preis gebildet wird. Deutschland bildet zusammen mit Luxemburg eine gemeinsame Gebotszone; Vorschläge zur Aufteilung in mehrere deutsche Zonen wurden Ende 2025 zugunsten eines Aktionsplans zur Beibehaltung der einheitlichen Zone zurückgestellt.
- GebäudestromnutzungsvertragDer Gebäudestromnutzungsvertrag ist der privatrechtliche Vertrag, den der Betreiber einer Gebäudestromanlage – meist eine PV-Dachanlage – mit jedem teilnehmenden Letztverbraucher im Gebäude abschließen muss. Er ist eine zwingende Voraussetzung der gemeinschaftlichen Gebäudeversorgung (GGV) nach § 42b EnWG und regelt Aufteilungsschlüssel, Strompreis sowie Betrieb und Wartung der Anlage.
- Gemeinschaftliche GebäudeversorgungGemeinschaftliche Gebäudeversorgung bezeichnet Modelle, bei denen vor Ort erzeugter Strom – meist aus einer Photovoltaikanlage auf oder am Gebäude – mehreren Letztverbrauchern innerhalb desselben Gebäudes zugänglich gemacht wird, ohne dass ein klassischer Energieversorger die vollständige Belieferung übernimmt. Dazu zählen das etablierte Mieterstrommodell, Contracting-Lösungen und seit 2023 die eigenständige gesetzliche Kategorie der Gemeinschaftlichen Gebäudeversorgung (GGV) nach § 42b EnWG.
- GeothermieGeothermie ist die Nutzung der im Erdinneren gespeicherten Wärme für Heizung und Stromerzeugung – oberflächennah über Wärmepumpen mit Erdsonden oder -kollektoren, in der Tiefengeothermie ab etwa 400 Metern für Fernwärme und Strom.
- Gleichstrom (DC)Gleichstrom (DC, direct current) ist elektrischer Strom, dessen Ladungsträger konstant in eine Richtung fließen – im Gegensatz zum Wechselstrom (AC), bei dem Stromrichtung und Spannung periodisch wechseln. Im Energiekontext ist Gleichstrom die native Erzeugungsform von Photovoltaikmodulen und Batteriespeichern und bildet zugleich die technische Basis für Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragung und DC-Schnellladung von Elektrofahrzeugen.
- GlobalstrahlungDie Globalstrahlung ist die gesamte auf eine horizontale Fläche auftreffende Sonnenstrahlung, zusammengesetzt aus Direktstrahlung und Diffusstrahlung. Sie wird in kWh/m² pro Jahr angegeben und ist der wichtigste Standortfaktor für PV-Ertragsprognosen.
- Grauer und blauer WasserstoffGrauer Wasserstoff wird per Dampfreformierung aus Erdgas erzeugt, wobei das entstehende CO2 in die Atmosphäre gelangt. Blauer Wasserstoff entsteht mit demselben Verfahren, das CO2 wird jedoch abgeschieden und dauerhaft gespeichert (CCS). Beide Farben beschreiben also nicht das Gas selbst, sondern den Herstellungspfad und dessen Klimabilanz.
- GrenzkostenGrenzkosten sind die zusätzlichen Kosten, die durch die Produktion einer weiteren Einheit Energie entstehen. Im Strommarkt entsprechen sie den variablen Erzeugungskosten einer Anlage – vor allem Brennstoff- und CO₂-Kosten – und bestimmen die Reihenfolge in der Merit Order.
- GrenzkraftwerkDas Grenzkraftwerk ist die zuletzt in der Merit Order zum Einsatz kommende Anlage, deren Grenzkosten den aktuellen Börsenstrompreis setzen. Es ist das teuerste Kraftwerk, das zur Deckung der Nachfrage noch benötigt wird.
- GrundlastkraftwerkEin Grundlastkraftwerk ist eine Erzeugungsanlage, die kontinuierlich mit hoher Auslastung läuft und die konstante Basislast des Stromsystems deckt. Typische Beispiele sind Kernkraft-, Braunkohle- und Laufwasserkraftwerke mit niedrigen variablen Kosten, aber hohen Fixkosten und geringer Flexibilität.
- GrundpreisDer Grundpreis ist der feste, verbrauchsunabhängige Preisbestandteil eines Energietarifs. Er deckt die Fixkosten des Versorgers für Messung, Abrechnung, Netzbereitstellung und Verwaltung ab und fällt auch bei einem Verbrauch von null kWh an.
- GrundversorgerDer Grundversorger ist das Energieversorgungsunternehmen, das in einem Netzgebiet die meisten Haushaltskunden beliefert und deshalb kraft Gesetzes (§ 36 EnWG) zur Grundversorgung verpflichtet ist. Die Grundversorgerstellung wird alle drei Jahre neu festgestellt.
- Grundversorgung GasDie Grundversorgung Gas ist die gesetzlich geregelte Pflichtversorgung von Haushaltskunden durch den örtlichen Grundversorger nach § 36 EnWG und GasGVV: Jeder Haushaltskunde wird auch ohne aktiv abgeschlossenen Liefervertrag beliefert. Die Preise liegen in der Regel über den Sondervertragstarifen.
- GrundversorgungspreisDer Grundversorgungspreis ist der öffentlich bekannt gemachte Allgemeine Preis, den der Grundversorger für die Belieferung von Haushaltskunden mit Strom oder Gas berechnet. Grundversorger ist jeweils der Lieferant mit den meisten Haushaltskunden im Netzgebiet.
- GrundversorgungsvertragDer Grundversorgungsvertrag ist der standardisierte Energieliefervertrag, den der örtliche Grundversorger gemäß StromGVV bzw. GasGVV zu Allgemeinen Preisen anbieten muss. Er kommt auch stillschweigend zustande, wenn ein Energieanschluss ohne anderen Liefervertrag genutzt wird.
- Grüner WasserstoffGrüner Wasserstoff ist Wasserstoff, der durch Elektrolyse mit erneuerbarem Strom erzeugt wird und daher nahezu CO₂-frei ist. Er gilt als Schlüssel zur Dekarbonisierung schwer elektrifizierbarer Sektoren wie Stahl, Chemie und Schwerlastverkehr.
- GuD-Kraftwerk (Gas-und-Dampf-Kraftwerk)Ein GuD-Kraftwerk kombiniert eine Gasturbine mit einer nachgeschalteten Dampfturbine, die die Abwärme der Gasturbine nutzt – dadurch erreichen moderne Anlagen Wirkungsgrade von über 60 Prozent und zählen zu den effizientesten fossilen Kraftwerkstypen.
- gMSBDer gMSB (grundzuständiger Messstellenbetreiber) ist der Akteur, der kraft Gesetzes für den Messstellenbetrieb in einem Netzgebiet zuständig ist, solange kein wettbewerblicher Messstellenbetreiber gewählt wurde – im Regelfall der örtliche Netzbetreiber. Er muss alle Messstellen in seinem Gebiet betreiben.
H
- H-GasH-Gas (High-calorific gas) ist Erdgas mit hohem Energiegehalt – der Heizwert liegt bei etwa 10–11 kWh/m³, der Methangehalt typischerweise über 87 Prozent. Deutschland stellt die verbliebenen L-Gas-Gebiete im Nordwesten bis etwa 2030 vollständig auf H-Gas um (Marktraumumstellung).
- HT/NT-Tarif (Hochtarif/Niedertarif)Der HT/NT-Tarif ist ein Doppeltarif am Stromzähler, der zwischen einem teureren Hochtarif (HT) tagsüber und einem günstigeren Niedertarif (NT) in Nebenzeiten – meist nachts oder am Wochenende – unterscheidet.
- HedgingHedging ist die Absicherung von Preisrisiken durch Terminmarkt-, Options- oder OTC-Instrumente. Ziel ist es, Schwankungsrisiken im Energieportfolio zu reduzieren – ein Hedge schützt vor ungünstigen Preisbewegungen, begrenzt aber zugleich die Chance auf günstigere Einkaufspreise.
- Heizkostenverordnung (HeizkostenV)Die Heizkostenverordnung (HeizkostenV) verpflichtet Gebäudeeigentümer, die Kosten für Heizung und Warmwasser überwiegend nach dem erfassten Verbrauch der Nutzer abzurechnen. Mindestens 50 und höchstens 70 Prozent der Kosten müssen verbrauchsabhängig verteilt werden, der Rest nach Wohn- oder Nutzfläche.
- Heizungsprüfung (§ 60b GEG)Die Heizungsprüfung nach § 60b GEG verpflichtet Betreiber wasserbasierter Heizungsanlagen in Gebäuden mit mindestens sechs Nutzungseinheiten, ihre Anlage 15 Jahre nach Einbau von einer fachkundigen Person prüfen und bei Bedarf optimieren zu lassen.
- HeizwertDer Heizwert (unterer Heizwert, H_i) ist die bei vollständiger Verbrennung eines Brennstoffs freigesetzte Wärmemenge ohne die Kondensationswärme des entstehenden Wasserdampfs. Für Erdgas H liegt er bei ca. 9–10,5 kWh/m³; klassische Heizkessel ohne Brennwerttechnik nutzen nur diesen Anteil.
- HerkunftsnachweisEin Herkunftsnachweis (HKN) ist ein elektronisches Zertifikat, das bestätigt, dass eine bestimmte Strommenge (1 MWh = 1 HKN) aus einer spezifischen erneuerbaren Energiequelle erzeugt wurde. HKN ermöglichen Lieferanten die Kennzeichnung ihres Stroms als Ökostrom.
- Hochspannungs-Gleichstromübertragung (HGÜ)Die Hochspannungs-Gleichstromübertragung (HGÜ) ist eine Technik zur verlustarmen Übertragung großer elektrischer Leistungen über weite Strecken mit Gleichstrom bei sehr hoher Spannung. In Deutschland ist sie das Rückgrat der großen Nord-Süd-Stromtrassen wie SuedLink, die Windstrom aus dem Norden zu den Verbrauchszentren im Süden transportieren.
- HybridwechselrichterEin Hybridwechselrichter ist ein Wechselrichter, der PV-Anlage und Batteriespeicher gemeinsam verwaltet. Er optimiert Eigenverbrauch, Speicherladung und Netzeinspeisung in einem integrierten Gerät und ist der Standard moderner Prosumer-Systeme.
- Hydraulischer AbgleichDer hydraulische Abgleich ist die fachgerechte Einstellung einer Warmwasser-Heizungsanlage, bei der die Wassermengen so verteilt werden, dass jeder Heizkörper genau die benötigte Wärme erhält. Er senkt Energieverbrauch und Strömungsgeräusche, ist für viele neue Anlagen nach § 60c GEG Pflicht und Voraussetzung für die BAFA-Heizungsförderung.
I
- IEC/EN 61000IEC/EN 61000 ist die internationale Normenreihe zur elektromagnetischen Verträglichkeit (EMV). Sie legt fest, wie viel elektromagnetische Störung ein elektrisches Gerät aussenden darf (Störaussendung) und wie unempfindlich es gegenüber Störungen sein muss (Störfestigkeit) – von Oberschwingungen und Spannungseinbrüchen bis zu Überspannungen und Funkfeldern.
- IPCEIIPCEI (Important Project of Common European Interest) ist ein beihilferechtliches Instrument der EU, mit dem Mitgliedstaaten strategisch wichtige, grenzüberschreitende Großprojekte über die üblichen Beihilfegrenzen hinaus staatlich fördern dürfen. Im Energiebereich laufen IPCEI-Programme unter anderem zu Wasserstoff, Batterien und Mikroelektronik.
- ISO 15118ISO 15118 ist die internationale Normenreihe für die digitale Kommunikation zwischen Elektrofahrzeug und Ladepunkt. Sie ist die technische Grundlage für Plug & Charge – das automatische Authentifizieren und Abrechnen beim Einstecken – sowie für intelligentes und bidirektionales Laden (Vehicle-to-Grid).
- ISO 50001ISO 50001 ist die internationale Norm für Energiemanagementsysteme (EnMS). Sie definiert Anforderungen an Aufbau, Betrieb und kontinuierliche Verbesserung eines EnMS und wird von akkreditierten Zertifizierungsstellen wie TÜV, DEKRA oder DNV zertifiziert.
- ImbalanceEine Imbalance ist die Differenz zwischen der nominierten und der tatsächlich eingespeisten oder entnommenen Energiemenge in einem Bilanzkreis. Sie wird über den Ausgleichsenergiepreis bewertet und kann erhebliche Kosten verursachen.
- Imbalance SettlementImbalance Settlement bezeichnet den finanziellen Ausgleichsprozess, bei dem Bilanzkreisabweichungen zwischen Bilanzkreisverantwortlichen und dem Übertragungsnetzbetreiber monetär abgerechnet werden. Grundlage ist der Ausgleichsenergiepreis (reBAP) der jeweiligen Viertelstunde.
- Individuelle Netzentgelte (§ 19 Abs. 2 StromNEV)Individuelle Netzentgelte nach § 19 Abs. 2 StromNEV sind reduzierte Netzentgelte für Letztverbraucher, deren Netznutzung das Stromnetz nachweislich entlastet. Zwei Fallgruppen kommen infrage: atypische Netznutzer, deren Höchstlast vorhersehbar außerhalb der Hochlastzeitfenster liegt, und stromintensive Bandlastnutzer mit mindestens 7.000 Benutzungsstunden und 10 GWh Jahresverbrauch.
- Initial Margin / Variation MarginInitial Margin und Variation Margin sind Sicherheitsleistungen im börslichen Energiehandel: Die Initial Margin deckt das potenzielle Verlustrisiko einer offenen Position ab, die Variation Margin gleicht täglich tatsächliche Gewinne und Verluste aus Preisbewegungen aus.
- InselbetriebInselbetrieb ist der vollständig netzunabhängige Betrieb eines Energiesystems, das seinen Strom aus lokalen Erzeugern wie PV, BHKW oder Generator und aus Speichern selbst produziert und verwaltet. Typische Einsatzorte sind abgelegene Standorte ohne Netzanbindung.
- InselnetzEin Inselnetz ist ein von der öffentlichen Versorgung getrenntes, autarkes elektrisches Netz, das durch eigene Erzeugungsanlagen versorgt wird. Da die Verbindung zum Verbundnetz fehlt, muss es Frequenz und Spannung selbst regeln.
- Intelligentes MesssystemEin intelligentes Messsystem (iMSys) ist ein digitaler Stromzähler mit Smart Meter Gateway (SMGW), das verschlüsselt mit Netzbetreiber, Lieferant und Messstellenbetreiber kommuniziert. Es überträgt Verbrauchsdaten in 15-Minuten-Auflösung und ermöglicht dynamische Tarife, Fernsteuerung und Systemdienstleistungen.
- Intraday-MarktDer Intraday-Markt ist der kurzfristige Stromhandel, an dem Lieferungen noch am selben Tag gehandelt werden – an der EPEX SPOT kontinuierlich bis 5 Minuten vor Lieferbeginn innerhalb der eigenen Regelzone. Er dient der Anpassung von Handelspositionen nach Prognoseänderungen.
- Intraday-OptimierungDie Intraday-Optimierung ist die kontinuierliche Anpassung von Handelspositionen und Fahrplänen im laufenden Liefertag, um Fahrplanabweichungen zu minimieren und günstige Preissituationen am Intraday-Markt zu nutzen.
J
- Jahresarbeitszahl (JAZ)Die Jahresarbeitszahl (JAZ) gibt an, wie viel Wärme eine Wärmepumpe im Jahresdurchschnitt pro eingesetzter Kilowattstunde Strom liefert. Eine JAZ von 4 bedeutet: Aus 1 kWh Strom werden 4 kWh Wärme. Sie ist die zentrale Kennzahl für Effizienz und Wirtschaftlichkeit einer Wärmepumpe im realen Betrieb.
- JahresertragDer Jahresertrag ist die von einer PV-Anlage im Lauf eines Jahres erzeugte Strommenge in kWh. Der spezifische Jahresertrag in kWh pro kWp gilt als wichtigste Vergleichsgröße für PV-Standorte und Anlagenqualität.
- JahreshöchstlastDie Jahreshöchstlast ist die höchste elektrische Leistung, die ein Netznutzer innerhalb eines Kalenderjahres bezieht – gemessen als Mittelwert über eine Viertelstunde. Bei leistungsgemessenen Kunden bestimmt sie den Leistungspreisanteil der Netzentgelte und ist damit ein zentraler Kostenhebel für Unternehmen.
- JahresverbrauchDer Jahresverbrauch ist die gesamte in einem Jahr verbrauchte Energiemenge in Kilowattstunden (kWh), abgelesen am Zähler oder berechnet aus Lastgangdaten. Durchschnittliche Haushalte verbrauchen ca. 2.500–4.000 kWh Strom pro Jahr.
K
- KAV (Konzessionsabgabenverordnung)Die Konzessionsabgabenverordnung (KAV) legt die Höchstsätze fest, die Energieversorger den Kommunen für das Recht zur Nutzung öffentlicher Wege für Strom- und Gasleitungen zahlen dürfen – gestaffelt nach Gemeindegröße und Kundengruppe.
- KMU (Kleine und mittlere Unternehmen)KMU ist die EU-weit einheitliche Klassifizierung für kleine und mittlere Unternehmen anhand von Mitarbeiterzahl sowie Umsatz oder Bilanzsumme – sie entscheidet unter anderem über Förderfähigkeit und Ausnahmen von bestimmten Energieeffizienzpflichten.
- KWKKWK (Kraft-Wärme-Kopplung) ist das Technologieprinzip der gleichzeitigen Erzeugung von Strom und nutzbarer Wärme aus einem Brennstoff in einer Anlage – eingesetzt in BHKW, Heizkraftwerken und industriellen KWK-Anlagen.
- KWKG (Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz)Das Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz (KWKG) regelt seit 2016 die Förderung von Strom aus Kraft-Wärme-Kopplung in Deutschland. Betreiber von KWK-Anlagen erhalten für ihren Strom gesetzlich festgelegte Zuschläge, außerdem fördert das Gesetz den Aus- und Neubau von Wärme- und Kältenetzen sowie -speichern. Zulassungsbehörde ist das BAFA, finanziert wird die Förderung über das Energiefinanzierungsgesetz.
- KWKG-UmlageDie KWKG-Umlage finanziert über die Netzentgelte die Förderung von Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen sowie den Ausbau von Wärme- und Kältenetzen und -speichern; sie steigt 2026 auf 0,446 Cent je Kilowattstunde, nach 0,277 Cent im Jahr 2025.
- KalenderalterungKalenderalterung ist der Kapazitäts- und Leistungsverlust einer Batterie, der allein durch Zeitablauf entsteht – unabhängig davon, ob sie genutzt wird. Ursache sind chemische Nebenreaktionen in der Zelle, die auch im Ruhezustand ablaufen. Haupttreiber sind hohe Temperaturen und dauerhaft hoher Ladezustand.
- KapazitätsfaktorDer Kapazitätsfaktor gibt an, welchen Anteil ihrer theoretisch maximal möglichen Jahresproduktion eine Erzeugungsanlage tatsächlich erreicht – er berechnet sich aus den Volllaststunden geteilt durch die Gesamtstunden des Jahres.
- KapazitätsmechanismusEin Kapazitätsmechanismus ist ein Marktinstrument, das Kraftwerke, Speicher oder flexible Lasten dafür vergütet, gesicherte Leistung vorzuhalten – zusätzlich zum Erlös aus verkauftem Strom. Deutschland plant einen umfassenden Kapazitätsmarkt, der ab 2028 einsatzbereit sein soll, flankiert von Ausschreibungen für neue steuerbare Kraftwerke.
- KaskadennutzungKaskadennutzung bezeichnet den mehrstufigen Einsatz von Biomasse: Der Rohstoff wird zunächst stofflich verwendet, gegebenenfalls über mehrere Produktzyklen hinweg, und erst am Ende seines Lebenswegs energetisch verwertet – etwa bei der Verbrennung von Altholz nach vorheriger Nutzung als Baumaterial.
- KfW-FörderungDie KfW-Förderung umfasst Programme der staatlichen Kreditanstalt für Wiederaufbau für energetische Sanierungen, Neubauten, erneuerbare Energien und Effizienzmaßnahmen. Gefördert wird über zinsgünstige Darlehen, Tilgungszuschüsse und direkte Investitionszuschüsse.
- Kilowatt (kW)Ein Kilowatt (kW) ist die Maßeinheit für Leistung – die Energiemenge, die pro Zeiteinheit umgesetzt wird. Ein Kilowatt entspricht 1.000 Watt; Leistung (kW) multipliziert mit Zeit (h) ergibt Energie (kWh).
- Kilowattstunde (kWh)Eine Kilowattstunde (kWh) ist die Maßeinheit für Energie: die Arbeit, die ein Gerät mit 1 kW Leistung in einer Stunde verrichtet. Die kWh ist die Standardabrechnungseinheit für Strom- und Gaslieferungen; eine kWh entspricht 3,6 Megajoule.
- KlimabereinigungKlimabereinigung bezeichnet die rechnerische Anpassung eines Heizenergieverbrauchs an ein langjähriges Wettermittel mithilfe der Gradtagzahl – so lässt sich erkennen, ob ein veränderter Verbrauch tatsächlich am Heizverhalten oder schlicht an einem kälteren oder wärmeren Jahr liegt.
- KlimaneutralitätKlimaneutralität bedeutet, dass alle vom Menschen verursachten Treibhausgasemissionen durch Einsparungen, erneuerbare Energien und Negativemissionen vollständig ausgeglichen werden, sodass netto keine Emissionen entstehen. Deutschland hat dieses Ziel im Klimaschutzgesetz für 2045 verankert.
- Klimaschutzverträge (CCfD)Klimaschutzverträge (Carbon Contracts for Difference, CCfD) sind Verträge zwischen Staat und Industrieunternehmen, die Mehrkosten klimafreundlicher Produktionsverfahren gegenüber konventionellen Verfahren absichern. Liegt der CO2-Preis unter dem vertraglich vereinbarten Preis, zahlt der Staat die Differenz – steigt er darüber, zahlt das Unternehmen zurück.
- Kommunale WärmeplanungDie kommunale Wärmeplanung ist die vom Wärmeplanungsgesetz (WPG) vorgeschriebene Strategie der Gemeinden, wie ihr Gebiet bis 2045 klimaneutral mit Wärme versorgt werden soll. Großstädte über 100.000 Einwohner mussten ihre Wärmepläne nach § 4 WPG bis Ende Juni 2026 vorlegen, kleinere Gemeinden haben bis Ende Juni 2028 Zeit.
- KontrahierungspflichtDie Kontrahierungspflicht verpflichtet bestimmte Energieakteure – etwa Grundversorger und Netzbetreiber – dazu, mit Kunden einen Vertrag abzuschließen, statt frei entscheiden zu können, ob sie überhaupt liefern oder Netzzugang gewähren.
- KonzessionsabgabeDie Konzessionsabgabe ist ein Entgelt, das Energieversorgungsunternehmen an Gemeinden für das Recht zahlen, öffentliche Wege und Grundstücke für Energieleitungen zu nutzen. Ihre Höhe ist durch die Konzessionsabgabenverordnung (KAV) gedeckelt und Bestandteil des Endkundenpreises.
- KonzessionsvertragEin Konzessionsvertrag ist die Vereinbarung zwischen einer Kommune und einem Netzbetreiber über das Recht, öffentliche Straßen und Wege für Strom- oder Gasleitungen zu nutzen – er darf höchstens 20 Jahre laufen und muss danach in einem wettbewerblichen Verfahren neu vergeben werden.
- KurzschlussleistungDie Kurzschlussleistung ist ein Maß für die Stärke und Stabilität eines Netzpunktes: die Leistung, die im Fehlerfall (Kurzschluss) an einem Netzknotenpunkt auftreten kann. Sie ergibt sich aus Kurzschlussstrom und Nennspannung und wird in MVA (Megavoltampere) angegeben.
- KündigungsfristDie Kündigungsfrist ist die vertraglich oder gesetzlich festgelegte Frist zwischen Kündigungserklärung und Vertragsende. In der Grundversorgung beträgt sie zwei Wochen; bei Sonderverträgen mit Verbrauchern darf sie höchstens einen Monat betragen, in Gewerbeverträgen sind längere Fristen üblich.
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- L-GasL-Gas (Low-calorific gas) ist Erdgas mit niedrigem Heizwert von etwa 8–9 kWh/m³ im Normzustand und höherem Stickstoffanteil als H-Gas. Hauptquelle waren die niederländischen Groningen-Felder, deren Förderung im Oktober 2023 gestoppt und im April 2024 endgültig eingestellt wurde.
- LCOE (Levelized Cost of Energy)LCOE (Levelized Cost of Energy, Stromgestehungskosten) sind die durchschnittlichen Stromerzeugungskosten einer Anlage über ihre gesamte Lebensdauer, ausgedrückt in €/MWh bzw. ct/kWh. Sie umfassen Investitions-, Betriebs-, Wartungs-, Brennstoff- und Kapitalkosten und dienen als wichtigster Vergleichsmaßstab zwischen Erzeugungstechnologien.
- LNGLNG (Liquefied Natural Gas) ist Erdgas, das durch Abkühlung auf etwa −162 °C verflüssigt und dabei auf rund 1/600 seines Volumens verdichtet wird. LNG ermöglicht den Transport per Schiff in Regionen ohne Pipelineanschluss und dient der Diversifizierung der Gasversorgung.
- LNG-Beschleunigungsgesetz (LNGG)Das LNG-Beschleunigungsgesetz (LNGG) vom Mai 2022 verkürzte Genehmigungs- und Vergabeverfahren für den Bau von Flüssigerdgas-Terminals und deren Anbindungsleitungen in Deutschland, um nach dem Wegfall russischer Pipeline-Lieferungen schnell Importkapazitäten aufzubauen. Es war als befristetes Kriseninstrument angelegt: Die zentralen Beschleunigungsvorschriften sind nach § 14 Abs. 2 LNGG mit Ablauf des 30. Juni 2025 außer Kraft getreten; einzelne Regelungen gelten übergangsweise fort.
- LNG-TerminalEin LNG-Terminal ist eine Anlage zur Anlandung, Lagerung und Regasifizierung von verflüssigtem Erdgas. LNG wird bei etwa −162 °C verflüssigt transportiert, am Terminal wieder in den gasförmigen Zustand überführt und ins Fernleitungsnetz eingespeist.
- Lambda-Wert (Wärmeleitfähigkeit)Der Lambda-Wert (λ) gibt in Watt pro Meter und Kelvin (W/(m·K)) an, wie viel Wärme durch einen Baustoff fließt – je niedriger der Wert, desto besser die Dämmwirkung. Baustoffe mit λ unter 0,1 W/(m·K) gelten als Dämmstoffe; moderne Dämmmaterialien liegen meist zwischen 0,022 und 0,040 W/(m·K).
- LastfaktorDer Lastfaktor ist das Verhältnis des mittleren Leistungsbedarfs einer Anlage oder eines Netzes zur Spitzenleistung. Ein hoher Lastfaktor steht für gleichmäßige Auslastung, ein niedriger für starke Schwankungen zwischen Spitzen- und Grundlast.
- LastflussberechnungDie Lastflussberechnung (Load Flow Analysis) ist eine mathematische Methode zur Ermittlung von Spannungen, Strömen und Leistungsflüssen in einem elektrischen Netz für einen definierten Betriebszustand. Sie ist die Grundlage von Netzplanung, Betriebsführung und Stabilitätsanalysen.
- LastgangDer Lastgang ist der zeitliche Verlauf des Stromverbrauchs oder der Leistungsaufnahme, bei Strom-RLM-Kunden in 15-Minuten-Intervallen, bei Gas typischerweise stündlich gemessen – das „EKG“ des Energieverbrauchs. Er ist die Grundlage für präzise Beschaffung, Netzplanung und Abrechnung.
- LastmanagementLastmanagement ist die gezielte Steuerung elektrischer oder thermischer Lasten, um Energiekosten, Leistungsspitzen oder die Belastung des Netzes zu senken.
- LastprofilEin Lastprofil ist ein standardisierter typischer Verlauf des Energieverbrauchs über Tages-, Wochen- und Jahreszyklen für Kunden ohne Lastgangmessung. Es wird in Kategorien wie H0 (Haushalt) oder G0 (Gewerbe allgemein) eingeteilt und ersetzt fehlende Messtechnik durch statistische Näherungswerte.
- Leistungsfaktor (cos φ)Der Leistungsfaktor cos φ beschreibt das Verhältnis von Wirkleistung zu Scheinleistung in einem Wechselstromnetz und damit, wie viel der bezogenen elektrischen Leistung tatsächlich in Nutzarbeit umgesetzt wird. Bei einem cos φ von 1 fließt reine Wirkleistung; je niedriger der Wert, desto größer der Blindleistungsanteil, der Leitungen und Transformatoren belastet, ohne Arbeit zu verrichten. Viele Netzbetreiber stellen Gewerbekunden Blindarbeit ab einem bestimmten Schwellenwert gesondert in Rechnung.
- LeistungspreisDer Leistungspreis ist ein Preisbestandteil für Gewerbe- und Industriekunden, der sich nach der maximal bezogenen Leistung (Jahreshöchstlast in kW) richtet – unabhängig davon, wie lange diese abgerufen wird. Für Großkunden ist er oft der bedeutendere Kostenfaktor der Netzentgelte.
- Leistungszahl (COP)Die Leistungszahl COP (Coefficient of Performance) gibt an, wie viel Wärmeleistung eine Wärmepumpe je eingesetzter elektrischer Leistung abgibt – ein COP von 4 bedeutet: aus 1 Kilowatt Strom werden 4 Kilowatt Wärme. Der COP ist ein Momentanwert, der nach der Norm EN 14511 unter festen Prüfbedingungen im Labor ermittelt wird, und beschreibt daher nicht die reale Jahreseffizienz im Gebäude – dafür stehen SCOP und Jahresarbeitszahl.
- LiFePO4LiFePO4 (Lithium-Eisenphosphat, LFP) ist eine Lithium-Ionen-Zellchemie mit hoher Eigensicherheit, sehr langer Lebensdauer von typischerweise mehreren tausend Ladezyklen und stabiler Zellspannung von 3,2 V. Sie ist die heute bevorzugte Technologie für Heim- und Gewerbespeicher.
- LieferantenrahmenvertragEin Lieferantenrahmenvertrag ist ein standardisierter Vertrag zwischen einem Energielieferanten und einem Netzbetreiber, der die Bedingungen für die Netznutzung durch den Lieferanten zur Versorgung seiner Kunden regelt. Rechtsgrundlage ist § 20 Abs. 1a EnWG.
- LieferantenwechselprozessDer Lieferantenwechselprozess ist das standardisierte Verfahren, mit dem ein Energiekunde von einem Lieferanten zu einem anderen wechselt. Bei Strom muss der technische Wechsel nach § 20a EnWG seit dem 6. Juni 2025 binnen 24 Stunden an jedem Werktag vollzogen werden; bei Gas gilt weiterhin die Frist von maximal drei Wochen nach den GeLi-Gas-Prozessen.
- LieferendeprozessDer Lieferendeprozess regelt die administrativen Schritte beim Ende einer Energielieferbeziehung ohne direkten Lieferantenwechsel – etwa bei Auszug, Insolvenz oder Kündigung ohne Neuvertrag. Er stellt sicher, dass die Versorgung nahtlos weiterläuft und alle Zählerstände dokumentiert sind.
- Lieferkettenmodell (Mieterstrom)Beim Lieferkettenmodell liefert nicht die Anlagenbetreiberin selbst den Mieterstrom, sondern ein zwischengeschalteter Dritter – etwa ein Energiedienstleister –, der den PV-Strom vom Betreiber kauft und an die Mieter weiterverkauft. Das Modell ist seit der EEG-Novelle 2021 förderfähig und entlastet Vermieter von Betrieb und Abrechnung der Anlage.
- LieferstelleDie Lieferstelle ist der physische oder administrative Ort (Netzanschlusspunkt), an dem Energie an den Kunden übergeben wird – identifiziert über die Zählernummer oder die Marktlokations-ID (MaLo-ID).
- Lithium-Ionen-AkkuDer Lithium-Ionen-Akku ist die dominierende Batterietechnologie für stationäre Stromspeicher und Elektromobilität. Er kombiniert hohe Energiedichte, lange Zyklenlebensdauer und stark gesunkene Kosten und umfasst verschiedene Zellchemien wie NMC, NCA und LFP.
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- MPPTMPPT (Maximum Power Point Tracking) ist ein Regelalgorithmus im Wechselrichter, der kontinuierlich den Arbeitspunkt maximaler Leistungsabgabe des PV-Generators sucht und einstellt. Ohne diese Nachführung ginge ein erheblicher Teil des möglichen Ertrags verloren.
- MSCONSMSCONS (Metered Services Consumption Report Message) ist ein EDIFACT-Nachrichtenformat, mit dem Zählerstände, Lastgänge und andere Messwerte standardisiert zwischen den Marktrollen der Energiewirtschaft ausgetauscht werden. Es bildet laut Bundesnetzagentur und EDI@Energy das technische Rückgrat der Marktkommunikation für Strom, Gas und Fernwärme.
- MaBiS (Marktregeln für die Bilanzkreisabrechnung Strom)Die MaBiS sind eine Festlegung der Bundesnetzagentur, die bundesweit einheitliche Prozesse, Fristen und Datenformate für die Bilanzkreisabrechnung Strom vorgibt. Sie regeln, wie Netzbetreiber, Bilanzkreisverantwortliche und Übertragungsnetzbetreiber Energiemengen zuordnen, austauschen und abrechnen – Grundlage ist der Beschluss BK6-07-002 von 2009, der seither mehrfach weiterentwickelt wurde, zuletzt durch die Festlegung BK6-24-174 vom Oktober 2024.
- MaLo-IDDie MaLo-ID (Marktlokations-ID) ist die bundesweit eindeutige, elfstellige Identifikationsnummer einer Marktlokation (Lieferstelle) im deutschen Energiemarkt. Sie bleibt bei Lieferanten- und Zählerwechseln unverändert.
- MaStRV (Marktstammdatenregisterverordnung)Die Marktstammdatenregisterverordnung (MaStRV) regelt seit 2017 die Registrierungspflichten im Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur – dem zentralen Verzeichnis für Strom- und Gasmarktakteure sowie Erzeugungs- und Speicheranlagen. Sie legt fest, wer was innerhalb welcher Frist melden muss und welche Bußgelder bei Verstößen drohen.
- MarktgebietEin Marktgebiet ist ein räumlich abgegrenzter Bereich des Gasnetzes, in dem ein einheitlicher virtueller Handelspunkt gilt. Seit Oktober 2021 gibt es in Deutschland nur noch ein einziges Gasmarktgebiet: Trading Hub Europe (THE), entstanden aus der Fusion von NetConnect Germany und Gaspool.
- MarktgebietsverantwortlicherDer Marktgebietsverantwortliche (MGV) ist der zentrale Akteur im deutschen Gasmarkt, der die Bilanzierung aller Gasflüsse im Marktgebiet koordiniert. In Deutschland übernimmt diese Rolle seit Oktober 2021 die Trading Hub Europe GmbH (THE).
- Marktkopplung (SDAC)Marktkopplung verknüpft die Day-Ahead-Strommärkte mehrerer Länder zu einem gemeinsamen Preisbildungsmechanismus, der Angebot und Nachfrage über Gebotszonen hinweg unter Berücksichtigung der verfügbaren grenzüberschreitenden Netzkapazität optimiert. Im europäischen Day-Ahead-Markt geschieht das über das Single Day-Ahead Coupling (SDAC) mit dem Algorithmus EUPHEMIA.
- Marktpartner-ID (MP-ID)Die Marktpartner-ID (MP-ID) ist eine eindeutige Kennung, mit der Marktpartner wie Lieferanten, Netzbetreiber, Bilanzkreisverantwortliche oder Messstellenbetreiber in der elektronischen Marktkommunikation Strom und Gas identifiziert werden. Sie wird als BDEW-Codenummer, DVGW-Codenummer oder Global Location Number (GLN) vergeben und steckt in jeder EDIFACT-Nachricht als Absender- und Empfängerkennung.
- MarktpartnerrolleEine Marktpartnerrolle definiert die Funktion eines Akteurs im Energiemarkt gemäß dem Rollenmodell der Marktkommunikation. Typische Rollen sind Lieferant (LF), Netzbetreiber (NB), Messstellenbetreiber (MSB), Bilanzkreisverantwortlicher (BKV) und Marktgebietsverantwortlicher (MGV).
- MarktprämieDie Marktprämie ist der zentrale Fördermechanismus des EEG für die Direktvermarktung: Betreiber von Erneuerbare-Energien-Anlagen verkaufen ihren Strom selbst am Markt und erhalten die Differenz zwischen anzulegendem Wert und energieträgerspezifischem Monatsmarktwert als Prämie vom Netzbetreiber.
- MarktraumumstellungDie Marktraumumstellung ist der Prozess der vollständigen Umstellung von L-Gas-Versorgungsgebieten auf H-Gas, einschließlich der Anpassung sämtlicher Gasgeräte und Messinstrumente. Sie ist eine gesetzliche Pflichtaufgabe der Gasnetzbetreiber und soll bis etwa 2030 abgeschlossen sein.
- Marktstammdatenregister (MaStR)Das Marktstammdatenregister (MaStR) ist das zentrale amtliche Register der Bundesnetzagentur für den Strom- und Gasmarkt. Registrierungspflichtig sind alle Stromerzeugungsanlagen und Speicher – von der Balkon-PV bis zum Großkraftwerk – sowie die Marktakteure selbst; die Anlagendaten sind weitgehend öffentlich einsehbar.
- MassenbilanzierungMassenbilanzierung ist ein Verfahren, mit dem physisch vermischte Stoffströme – etwa Biomethan im Erdgasnetz – buchhalterisch nachverfolgt werden: Die eingespeiste Menge eines Produkts wird real irgendwo im Netz entnommen, muss aber am Jahresende der eingespeisten Menge entsprechen. So lässt sich Biomethan verkaufen, ohne die Molekülströme physisch zu trennen.
- MaßnahmenkatalogEin Maßnahmenkatalog ist eine strukturierte Liste aller empfohlenen Energieeffizienzmaßnahmen mit technischer Beschreibung, Investitionskosten, jährlicher Einsparung, Amortisationszeit und Priorität. Er entsteht im Rahmen einer Energieberatung oder eines Energieaudits.
- Mehr-/MindermengenabrechnungDie Mehr-/Mindermengenabrechnung (MMMA) gleicht die Differenz zwischen der prognostizierten Menge, die ein Lieferant für Kunden mit Standardlastprofil eingeplant hat, und der tatsächlich entnommenen Menge aus. Sie erfolgt durch den Netzbetreiber auf Basis monatlich veröffentlichter Mehr-/Mindermengenpreise nach § 12 StromNZV; bei Gas galt bis Ende 2025 § 24 GasNZV, seither führen Festlegungen der Bundesnetzagentur die Regeln fort.
- MehrspartenmessungMehrspartenmessung bündelt die Erfassung mehrerer Versorgungssparten – Strom, Gas, Wasser, Wärme – über ein gemeinsames Kommunikationssystem, meist ein Smart-Meter-Gateway. Statt jede Sparte einzeln auszulesen, laufen die Verbrauchsdaten zentral zusammen und lassen sich gebündelt abrechnen und auswerten.
- Merit-OrderDie Merit-Order ist die Einsatzreihenfolge der Kraftwerke zur Stromerzeugung, sortiert nach steigenden variablen Grenzkosten – das günstigste zuerst. Das teuerste gerade noch benötigte Kraftwerk bestimmt den Börsenpreis für alle (Grenzkostenprinzip).
- MesskonzeptEin Messkonzept ist das Schema zur messtechnischen Erfassung aller relevanten Energieflüsse an einem Netzanschlusspunkt – insbesondere bei Anlagen mit Eigenverbrauch, Einspeisung und Speicher. Es definiert Anzahl, Position und Funktion der Zähler sowie die Berechnungsgrundlagen für Abrechnung und Bilanzierung.
- MesslokationDie Messlokation ist der Ort im Energienetz, an dem eine energiewirtschaftliche Messung stattfindet – identifiziert durch eine eindeutige, 33-stellige Messlokations-ID (MeLo-ID). Sie ist die technische Mess-Einheit, während die Marktlokation die abrechnungsrelevante Einheit darstellt.
- Messstellenbetreiber (MSB)Der Messstellenbetreiber (MSB) ist das Unternehmen, das Messeinrichtungen wie Zähler und Smart-Meter-Gateways einbaut, betreibt und wartet. Er ist verantwortlich für die Messdatenqualität und die Datenübermittlung an die Marktpartner.
- MethanisierungMethanisierung ist die chemische oder biologische Umwandlung von Wasserstoff und Kohlendioxid in Methan. Beim klassischen Sabatier-Prozess reagieren beide Stoffe an einem Katalysator zu Methan und Wasser; das entstehende synthetische Methan lässt sich ohne technische Anpassungen in das bestehende Erdgasnetz einspeisen.
- MiFID IIMiFID II (Richtlinie 2014/65/EU über Märkte für Finanzinstrumente) ist das zentrale EU-Regelwerk für den Handel mit Finanzinstrumenten, in Deutschland unter anderem über das Wertpapierhandelsgesetz und das Kreditwesengesetz umgesetzt. Sie erfasst grundsätzlich auch Energiederivate wie Strom- und Gas-Futures, enthält für Energieversorger aber gezielte Ausnahmeregelungen.
- MicrogridEin Microgrid ist ein räumlich begrenztes Energiesystem aus Erzeugung, Speicher und Verbrauchern, das sowohl im Verbund mit dem öffentlichen Netz als auch bei Bedarf im Inselbetrieb arbeiten kann. Es ermöglicht lokale Selbstversorgung und erhöht die Resilienz gegenüber überregionalen Störungen.
- MieterstrommodellDas Mieterstrommodell ist ein Geschäftsmodell, bei dem Strom aus einer gebäudenahen EE-Anlage – meist einer Dach-PV – ohne Nutzung des öffentlichen Netzes direkt an die Bewohner und Gewerbemieter des Gebäudes geliefert wird, in der Regel günstiger als der Grundversorgungstarif.
- MieterstromzuschlagDer Mieterstromzuschlag ist eine zusätzliche EEG-Förderung nach § 19 in Verbindung mit § 21 Absatz 3 und § 48a EEG für Betreiber von Solaranlagen, die den erzeugten Strom ohne Durchleitung durch das öffentliche Netz direkt an Letztverbraucher im selben Gebäude oder Quartier liefern. Er tritt neben den Erlös aus dem Stromverkauf und liegt unter der regulären Einspeisevergütung.
- MikrowechselrichterEin Mikrowechselrichter ist ein kleiner Wechselrichter, der direkt an einem einzelnen Solarmodul oder einer kleinen Modulgruppe montiert wird und dessen Gleichstrom unmittelbar in netzkonformen Wechselstrom umwandelt. Er kommt vor allem bei Steckersolargeräten (Balkonkraftwerken) zum Einsatz und ersetzt dort den zentralen String-Wechselrichter größerer PV-Anlagen.
- MittellastkraftwerkEin Mittellastkraftwerk ist eine Erzeugungsanlage, die bei mittlerer Stromnachfrage eingesetzt wird – typischerweise mit etwa 2.000 bis 5.000 Volllaststunden pro Jahr. Es liegt zwischen durchlaufenden Grundlast- und schnell regelbaren Spitzenlastkraftwerken; typische Beispiele sind Steinkohle- und GuD-Anlagen.
- Modernes MesssystemAls modernes Messsystem – gesetzlich „moderne Messeinrichtung“ (mME) nach MsbG – wird ein digitaler Stromzähler mit erweiterten Anzeigefunktionen gegenüber dem analogen Ferraris-Zähler bezeichnet, jedoch ohne Kommunikations-Gateway. Er zeigt Verbrauchswerte lokal an und dient als Basis, die sich mit einem Smart-Meter-Gateway zum intelligenten Messsystem erweitern lässt.
- MomentanreserveMomentanreserve ist die physikalische Trägheit rotierender Massen in Kraftwerksgeneratoren, die bei einer plötzlichen Störung im Netz automatisch und ohne Regelungseingriff Energie freisetzt oder aufnimmt und so die Netzfrequenz kurzzeitig stabilisiert. Mit dem Rückgang klassischer Kraftwerke sinkt diese natürliche Reserve, weshalb netzbildende Wechselrichter zunehmend synthetische Momentanreserve bereitstellen müssen.
- MsbGDas MsbG (Messstellenbetriebsgesetz) ist das Bundesgesetz von 2016, das den Messstellenbetrieb als eigenen Markt organisiert und den Rollout intelligenter Messsysteme (Smart Meter) in Deutschland regelt. Es wurde 2023 durch das Gesetz zum Neustart der Digitalisierung der Energiewende (GNDEW) grundlegend novelliert.
- Must-run-KapazitätMust-run-Kapazitäten sind Kraftwerke oder Anlagen, die aus technischen, vertraglichen oder systemtechnischen Gründen auch bei Stromüberangebot nicht oder kaum abgeregelt werden können. Typische Beispiele sind KWK-Anlagen mit Wärmelieferpflicht und Kraftwerke, die für die Netzstabilität laufen müssen.
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- N-1-KriteriumDas N-1-Kriterium verlangt, dass ein Stromnetz den Ausfall einer beliebigen einzelnen wichtigen Komponente – etwa einer Leitung oder eines Transformators – jederzeit verkraften kann, ohne dass es zu Versorgungsunterbrechungen oder Kaskadenausfällen kommt. Es ist der zentrale Sicherheitsgrundsatz der deutschen und europäischen Netzplanung.
- N-1-PrinzipDas N-1-Prinzip ist ein Sicherheitsstandard der Netzplanung, wonach die Versorgung auch dann gesichert bleiben muss, wenn ein einzelnes Betriebsmittel – etwa eine Leitung oder ein Transformator – ausfällt. Netzbetreiber dimensionieren und betreiben ihre Netze laut Bundesnetzagentur so, dass ein solcher Ausfall ohne Versorgungsunterbrechung und ohne unzulässige Überlastung anderer Anlagen aufgefangen wird.
- NABEGDas NABEG (Netzausbaubeschleunigungsgesetz Übertragungsnetz) regelt seit 2011 das beschleunigte Genehmigungsverfahren für länderübergreifende und grenzüberschreitende Höchstspannungsleitungen, die im Bundesbedarfsplan ausgewiesen sind. Es überträgt die Bundesfachplanung und die Planfeststellung für diese Leitungen der Bundesnetzagentur beziehungsweise den zuständigen Landesbehörden.
- NDAV (Niederdruckanschlussverordnung)Die NDAV regelt die allgemeinen Bedingungen, zu denen Gasnetzbetreiber Anschlussnutzer an ihr Niederdruck-Gasnetz anschließen und diesen Anschluss nutzen lassen müssen. Sie ist das gasrechtliche Gegenstück zur NAV im Stromnetz und regelt ausschließlich das technische Anschlussverhältnis, nicht die Gaslieferung selbst.
- NEST-ProzessDer NEST-Prozess ist die von der Bundesnetzagentur im Februar 2024 gestartete Grundlagenreform der Anreizregulierung für Strom- und Gasnetzbetreiber. NEST steht für „Netze. Effizient. Sicher. Transformiert.“ und zielt auf ein neues System zur Kosten- und Erlösermittlung sowie zur Regulierung der Netzentgelte ab.
- NMC (Batteriechemie)NMC steht für Lithium-Nickel-Mangan-Kobaltoxid, eine Lithium-Ionen-Batteriechemie mit vergleichsweise hoher Energiedichte. Die Mischungsverhältnisse werden häufig als Zahlenkombination angegeben, etwa NMC811 für 80 Prozent Nickel sowie je 10 Prozent Mangan und Kobalt.
- Nationaler Emissionshandel (nEHS)Der nationale Emissionshandel (nEHS) ist das deutsche System zur CO₂-Bepreisung von Brennstoffen in Sektoren außerhalb des EU-ETS, vor allem Wärme und Verkehr. Rechtsgrundlage ist das Brennstoffemissionshandelsgesetz (BEHG); zertifikatepflichtig sind die Inverkehrbringer fossiler Brennstoffe wie Heizöl, Erdgas, Benzin und Diesel.
- Nennleistung (kWp)Die Nennleistung ist die maximale Leistung einer PV-Anlage unter Standard-Testbedingungen (1.000 W/m² Einstrahlung, 25 °C Zelltemperatur), angegeben in Kilowattpeak (kWp). Sie dient als zentrale Kennzahl für Anlagengröße, EEG-Vergütung und regulatorische Schwellenwerte.
- Net-Zero-StrategieEine Net-Zero-Strategie ist der unternehmensinterne Fahrplan, der beschreibt, wie ein Unternehmen seine Treibhausgasemissionen bis zu einem Zieljahr auf Netto-Null senkt. Im Unterschied zur bloßen „Klimaneutralität“ per Kompensation steht die tatsächliche Emissionsreduktion entlang der gesamten Wertschöpfungskette im Mittelpunkt.
- NetzanschlussDer Netzanschluss ist die physische und administrative Verbindung einer Anlage – Verbraucher oder Erzeuger – mit dem öffentlichen Strom- oder Gasnetz. Er umfasst die Anschlussleitung, den Hausanschlusskasten und den Zählerplatz.
- NetzanschlussvertragDer Netzanschlussvertrag ist ein zivilrechtlicher Vertrag zwischen Anschlussnehmer und Netzbetreiber, der die technischen und rechtlichen Bedingungen des Anschlusses eines Kunden, Erzeugers oder Speichers an das öffentliche Energienetz regelt – darunter Anschlussart, vorgehaltene Leistung und Spannungsebene.
- NetzausbauNetzausbau bezeichnet die Erweiterung, Verstärkung und Modernisierung der Strom- und Gasinfrastruktur, um neue Erzeuger (erneuerbare Energien), neue Lasten wie E-Mobilität und Wärmepumpen oder höhere Übertragungskapazitäten zu integrieren. Finanziert wird er über die Netzentgelte.
- NetzbetreiberEin Netzbetreiber ist ein Unternehmen, das ein Strom- oder Gasnetz betreibt, instand hält und ausbaut – als reguliertes natürliches Monopol unter Aufsicht der Bundesnetzagentur bzw. der Landesregulierungsbehörden.
- Netzbildender Wechselrichter (Grid-Forming)Ein netzbildender Wechselrichter erzeugt aktiv die Spannungs- und Frequenzreferenz eines elektrischen Netzes, statt sich – wie klassische netzfolgende Wechselrichter – an eine bereits vorhandene Referenz anzupassen. Er emuliert dabei Eigenschaften konventioneller Synchrongeneratoren wie Trägheit und Kurzschlussstromfähigkeit.
- NetzentgelteNetzentgelte sind regulierte Entgelte für die Nutzung der Strom- oder Gasinfrastruktur, die Netznutzer an den Netzbetreiber zahlen. Sie finanzieren Bau, Betrieb und Instandhaltung der Netze und machen beim Haushaltsstrompreis grob ein Viertel bis ein Drittel aus.
- NetzentwicklungsplanDer Netzentwicklungsplan ist das zentrale Planungsdokument, mit dem die vier deutschen Übertragungsnetzbetreiber alle zwei Jahre ermitteln, welche Ausbau- und Verstärkungsmaßnahmen das Höchstspannungsnetz für einen stabilen und klimaneutralen Betrieb benötigt. Die Bundesnetzagentur prüft und bestätigt den Plan, bevor er Grundlage für den gesetzlichen Bundesbedarfsplan wird.
- NetzersatzanlageEine Netzersatzanlage (NEA) ist eine fest installierte, automatisierte Notstromlösung, die bei Ausfall des öffentlichen Stromnetzes innerhalb weniger Sekunden die Versorgung ausgewählter Verbraucher übernimmt. Sie kommt vor allem dort zum Einsatz, wo eine Stromunterbrechung Sicherheits- oder Betriebsrisiken birgt, etwa in Krankenhäusern, Rechenzentren oder kritischer Gebäudetechnik.
- NetzkuppelstelleEine Netzkuppelstelle ist ein Verbindungspunkt zwischen verschiedenen Netzbereichen, Regelzonen oder Ländern, über den Strommengen transportiert werden können. Grenzüberschreitende Leitungen (Interkonnektoren) sind Netzkuppelstellen im internationalen Sinne.
- NetzregelverbundDer Netzregelverbund ist die Kooperation der vier deutschen Übertragungsnetzbetreiber, mit der Regelenergieabrufe über die Grenzen ihrer Regelzonen hinweg gegeneinander verrechnet werden. Er verhindert, dass in einer Regelzone Energie zur Frequenzstabilisierung aktiviert wird, während in einer Nachbarzone gleichzeitig gegenläufig geregelt wird.
- NetzrückwirkungenNetzrückwirkungen sind elektrische Störgrößen, die von Betriebsmitteln und Anlagen ins Netz eingebracht werden und andere Verbraucher oder die Spannungsqualität beeinträchtigen. Typische Formen sind Oberschwingungen, Spannungseinbrüche, Flicker und Spannungsunsymmetrie.
- NetzschutzNetzschutz umfasst alle automatischen Schutzeinrichtungen in elektrischen Netzen, die bei Fehlern wie Kurzschluss, Überlast oder Erdschluss den betroffenen Netzteil schnell und selektiv abschalten. Ziel ist, Menschen und Betriebsmittel zu schützen und den abgeschalteten Bereich so klein wie möglich zu halten.
- NetzstabilitätNetzstabilität ist der Zustand des Stromnetzes, in dem Frequenz (Sollwert 50 Hz) und Spannung innerhalb der zulässigen Toleranzbereiche bleiben. Sie ist Voraussetzung für eine sichere Stromversorgung und wird durch Regelleistung, Redispatch und weitere Systemdienstleistungen aufrechterhalten.
- NetzverknüpfungspunktDer Netzverknüpfungspunkt ist die konkrete Stelle im Stromnetz, an der eine neue Erzeugungsanlage oder ein Verbraucher technisch und wirtschaftlich an das bestehende Netz angeschlossen wird. Er ist Ausgangspunkt für die Netzverträglichkeitsprüfung und bestimmt, wer welche Anschlusskosten trägt.
- NetzverträglichkeitsprüfungDie Netzverträglichkeitsprüfung untersucht, ob eine geplante Erzeugungsanlage oder ein Großverbraucher am vorgesehenen Netzverknüpfungspunkt angeschlossen werden kann, ohne Spannung, Frequenz oder Netzschutz zu beeinträchtigen. Sie ist Voraussetzung für die Anschlusszusage des Netzbetreibers, insbesondere bei PV-, Wind- und Speicherprojekten.
- NetzwiederaufbauNetzwiederaufbau bezeichnet die schrittweise Wiederherstellung der Stromversorgung durch die Übertragungsnetzbetreiber nach einem großflächigen Stromausfall (Blackout). Dabei werden zunächst kleinere Teilnetze mithilfe schwarzstartfähiger Erzeugungseinheiten energetisiert und anschließend nach und nach synchronisiert, bis das Gesamtnetz wieder stabil läuft.
- NominationNomination (Nominierung) bezeichnet den Prozess, mit dem ein Marktteilnehmer seine geplanten Energiemengen für den Liefertag beim zuständigen Übertragungsnetzbetreiber (Strom) oder Marktgebietsverantwortlichen (Gas) anmeldet.
- NormzustandDer Normzustand ist der definierte physikalische Referenzzustand für die Volumenangabe von Gasen: 0 °C (273,15 K) und 1.013,25 hPa nach DIN 1343. Auf ihn werden Gasmengen als Normkubikmeter normiert, damit sie unabhängig von Druck und Temperatur vergleichbar und einheitlich abrechenbar sind.
- NotstrombetriebNotstrombetrieb ist ein Betriebsmodus, bei dem ein Batteriespeicher mit Hybridwechselrichter bei Netzausfall ausgewählte Verbraucher weiter versorgt – etwa Beleuchtung, Router, Kühlschrank oder medizinische Geräte. Anders als der Inselbetrieb deckt er nur definierte Verbraucher ab.
- NulleinspeisungNulleinspeisung ist eine Betriebsweise einer PV-Anlage, bei der keine Energie ins öffentliche Netz eingespeist wird: Der erzeugte Strom wird vollständig selbst verbraucht oder in einem Speicher zwischengespeichert.
- Nutzbare KapazitätDie nutzbare Kapazität ist der tatsächlich verwendbare Anteil der nominellen Speicherkapazität eines Batteriespeichers – nach Abzug der Reserven für Tiefentlade- und Überladeschutz. Sie ist die kaufentscheidende Kennzahl beim Speichervergleich.
- NutzenergieNutzenergie ist die Energieform, die beim Endverbraucher tatsächlich ankommt und genutzt wird – etwa Raumwärme, Licht oder Bewegungsenergie. Sie entsteht, wenn Endenergie wie Gas oder Strom in einem Gerät mit einem bestimmten Wirkungsgrad umgewandelt wird, und ist damit stets kleiner als die eingesetzte Endenergiemenge.
- NutzungsgradDer Nutzungsgrad gibt an, welcher Anteil der eingesetzten Primärenergie tatsächlich als Nutzenergie – Wärme, Arbeit oder Licht – zur Verfügung steht. Anders als der Wirkungsgrad berücksichtigt er den gesamten Betriebszyklus inklusive Anlauf, Teillast und Standby und liegt daher meist darunter.
O
- OCPPOCPP (Open Charge Point Protocol) ist ein herstellerunabhängiges Kommunikationsprotokoll zwischen Ladepunkten und dem zentralen Lademanagementsystem eines Betreibers. Es ermöglicht, Ladesäulen unterschiedlicher Hersteller mit Backend-Systemen verschiedener Anbieter zu verbinden, ohne an einen bestimmten Hersteller gebunden zu sein.
- OMS (Open Metering System)OMS (Open Metering System) ist ein herstellerunabhängiger Funkstandard zur Kommunikation von Strom-, Gas-, Wasser- und Wärmezählern, basierend auf dem europäischen M-Bus-Standard. Er ermöglicht es, Zähler unterschiedlicher Hersteller in ein gemeinsames Auslesesystem einzubinden – etwa ein Smart-Meter-Gateway – und dabei verschlüsselt und interoperabel zu kommunizieren.
- OTC-ClearingOTC-Clearing bezeichnet die zentrale Abwicklung bilateral verhandelter Energiederivate über eine zentrale Gegenpartei (CCP) ohne Börsenbeteiligung. Es wurde nach der Finanzkrise 2008 durch die EMIR-Verordnung etabliert, um systemische Risiken im Derivatemarkt zu senken.
- OTC-HandelOTC-Handel (Over-the-Counter-Handel) ist der direkte bilaterale Energiehandel zwischen zwei Marktparteien ohne Zwischenschaltung einer Börse. OTC-Geschäfte sind flexibler als Börsenprodukte, haben aber kein zentrales Clearing und damit ein höheres Kontrahentenrisiko.
- OberschwingungenOberschwingungen sind Frequenzanteile im Stromnetz, die ein ganzzahliges Vielfaches der Grundfrequenz von 50 Hz darstellen, etwa 150 Hz oder 250 Hz. Sie entstehen durch nichtlineare Verbraucher und verschlechtern die Spannungsqualität.
- Offshore-NetzumlageDie Offshore-Netzumlage ist ein Preisbestandteil auf der Stromrechnung, über den die Übertragungsnetzbetreiber Kosten für den Anschluss von Offshore-Windparks ans Festlandnetz sowie Entschädigungszahlungen bei Anschlussstörungen refinanzieren. Rechtsgrundlage ist § 17f EnWG in Verbindung mit dem Energiefinanzierungsgesetz; für 2026 beträgt sie 0,941 ct/kWh.
- Open PositionEine Open Position (offene Position) ist der Teil eines Energieportfolios, der noch nicht durch Terminkontrakte oder andere Instrumente abgesichert ist. Sie repräsentiert das verbleibende Preisrisiko: Je größer die offene Position, desto stärker wirken Marktpreisänderungen.
P
- P50/P90-ErtragsprognoseDie P50/P90-Ertragsprognose gibt an, mit welcher Wahrscheinlichkeit eine Photovoltaik- oder Windenergieanlage einen bestimmten Jahresertrag mindestens erreicht. P50 bezeichnet den statistisch erwarteten Durchschnittsertrag, P90 einen konservativeren Wert, der in 90 von 100 Jahren erreicht oder übertroffen wird.
- PDCA-ZyklusDer PDCA-Zyklus (Plan-Do-Check-Act) ist ein kontinuierlicher Verbesserungsprozess in vier Phasen: Ziele und Maßnahmen planen, umsetzen, Ergebnisse überprüfen und optimieren. Er bildet die Grundlage von Managementsystemen wie ISO 50001, ISO 14001 und ISO 9001.
- PRISMA (Buchungsplattform Gas)PRISMA ist eine europäische Online-Plattform, über die Fernleitungsnetzbetreiber Gastransportkapazitäten primär versteigern und Gashändler ungenutzte Kapazitäten sekundär weiterhandeln können. Betrieben wird sie von der PRISMA European Capacity Platform GmbH mit Sitz in Leipzig und wird von rund 36 europäischen Fernleitungsnetzbetreibern genutzt.
- PUE (Power Usage Effectiveness)Die Power Usage Effectiveness (PUE) misst die Energieeffizienz eines Rechenzentrums, indem sie den gesamten Energieverbrauch der Anlage ins Verhältnis zum Energieverbrauch der eigentlichen IT-Ausrüstung setzt. Ein Wert nahe 1,0 zeigt an, dass kaum Energie für Kühlung, Stromversorgung und andere Nebenverbraucher verloren geht.
- PV-ModulEin PV-Modul ist die Zusammenschaltung von 60–144 Solarzellen in einem wetterfesten Rahmen, elektrisch in Reihe und/oder parallel verschaltet und mit Glas, EVA-Folie und Rückseitenfolie (oder Glas-Glas) laminiert. Standardmodule leisten 400–700 Wp bei etwa 1,7–2,6 m² Fläche und sind der Grundbaustein jeder PV-Anlage.
- Peak ShavingPeak Shaving ist die gezielte Kappung von Lastspitzen durch Entladung eines Batteriespeichers oder durch Lastabschaltung, um den Leistungspreis zu senken. RLM-Kunden zahlen auf ihre Jahreshöchstlast einen Leistungspreis – jede vermiedene kW-Spitze spart direkt Kosten.
- Peak-Produkt (Peakload)Ein Peak-Produkt (Peakload) ist ein Stromhandelsprodukt, das ausschließlich in den Hochlastzeiten liefert – typischerweise Montag bis Freitag von 8 bis 20 Uhr.
- Performance Ratio (PR)Die Performance Ratio ist eine standortunabhängige Kennzahl, die angibt, wie viel Prozent des theoretisch bei Standardbedingungen möglichen Ertrags eine Photovoltaikanlage tatsächlich als Wechselstrom liefert. Sie berücksichtigt sämtliche Systemverluste und gilt als aussagekräftigster Qualitätsindikator für PV-Anlagen.
- Photovoltaik (PV)Photovoltaik (PV) ist die Technologie zur direkten Umwandlung von Sonnenlicht in elektrischen Strom durch den photovoltaischen Effekt in Halbleitermaterialien, meist Silizium. PV-Anlagen erzeugen Strom ohne bewegliche Teile, Emissionen oder Lärm.
- Power Purchase Agreement (PPA)Ein Power Purchase Agreement (PPA) ist ein langfristiger Stromliefervertrag zwischen einem Erzeuger – meist einer Erneuerbare-Energien-Anlage – und einem Abnehmer, der Menge, Preis und Lieferzeitraum über mehrere Jahre fixiert.
- Power-to-ChemicalsPower-to-Chemicals (PtC) bezeichnet die Herstellung chemischer Grundstoffe wie Ammoniak, Methanol oder Ethylen aus grünem Wasserstoff und erneuerbarem Strom. Die so erzeugten grünen Chemikalien ersetzen fossil hergestellte Vorprodukte in der Chemieindustrie.
- Power-to-GasPower-to-Gas bezeichnet die Umwandlung von (überschüssigem) Strom in gasförmige Energieträger – Wasserstoff durch Elektrolyse oder synthetisches Methan durch Methanisierung von H₂ und CO₂. Das ermöglicht langfristige Speicherung großer Energiemengen in der bestehenden Gasinfrastruktur.
- Power-to-HeatPower-to-Heat ist die direkte Umwandlung von (überschüssigem) Strom in Wärme – durch Elektroheizstäbe, Großwärmepumpen oder industrielle Elektrodenkessel. Es gilt als einfachste und kostengünstigste Option der Sektorkopplung.
- Power-to-LiquidPower-to-Liquid (PtL) bezeichnet die Herstellung flüssiger synthetischer Kraftstoffe (E-Fuels) aus grünem Wasserstoff und CO₂. Produkte wie synthetisches Kerosin (SAF), E-Benzin, E-Diesel und E-Methanol sollen vor allem Emissionen in Luft- und Seeschifffahrt senken.
- Power-to-X (PtX)Power-to-X (PtX) bezeichnet Technologien, die Strom – insbesondere Überschüsse aus erneuerbaren Energien – in andere Energieträger oder Stoffe umwandeln. Das X steht für Wasserstoff (Power-to-Gas), Wärme (Power-to-Heat), Kraftstoffe (Power-to-Liquid) oder chemische Grundstoffe (Power-to-Chemicals).
- PreisanpassungsklauselEine Preisanpassungsklausel ist eine Vertragsregelung, die dem Energieversorger Preisänderungen während der Laufzeit erlaubt, wenn sich zugrunde liegende Kostenfaktoren ändern. Sie muss transparent gestaltet sein und ein Sonderkündigungsrecht bei Preisänderung vorsehen.
- PrimärenergiefaktorDer Primärenergiefaktor gibt an, wie viel Primärenergie – einschließlich vorgelagerter Erzeugung und Transport – pro Einheit Endenergie eines Energieträgers benötigt wird. Er bewertet den nicht-erneuerbaren Anteil und ist die Berechnungsgrundlage für den Primärenergiebedarf von Gebäuden nach GEG.
- Primärregelleistung (FCR) / aFRR / mFRRFCR, aFRR und mFRR sind die drei Qualitäten der Regelreserve, mit denen Übertragungsnetzbetreiber Ungleichgewichte zwischen Stromerzeugung und -verbrauch ausgleichen. Sie unterscheiden sich vor allem in Aktivierungsgeschwindigkeit und -mechanismus: FCR (früher Primärregelleistung) muss innerhalb von 30 Sekunden wirken, aFRR (Sekundärregelleistung) innerhalb von 5 Minuten und mFRR (Minutenreserve) innerhalb von 12,5 Minuten.
- PräqualifikationDie Präqualifikation ist das Verfahren, mit dem Anbieter von Regelreserve (FCR, aFRR, mFRR) gegenüber dem für ihren Netzanschluss zuständigen Übertragungsnetzbetreiber nachweisen, dass ihre Technischen Einheiten die erforderlichen IT-, technischen und produktspezifischen Voraussetzungen erfüllen. Erst nach erfolgreicher Präqualifikation dürfen Anlagen an Regelreserveausschreibungen teilnehmen.
- PumpspeicherkraftwerkEin Pumpspeicherkraftwerk ist eine Speicheranlage, die bei Stromüberschuss Wasser in ein Oberbecken pumpt und es bei Bedarf über Turbinen wieder zur Stromerzeugung nutzt. Moderne Anlagen erreichen Wirkungsgrade von 75 bis 80 Prozent und reagieren innerhalb von Minuten auf Netzsignale.
R
- REMITREMIT (Verordnung (EU) Nr. 1227/2011 über die Integrität und Transparenz des Energiegroßhandelsmarkts) verbietet Insiderhandel und Marktmanipulation im Strom- und Gasgroßhandel und verpflichtet Marktteilnehmer zur Registrierung sowie zur Meldung von Transaktions- und Fundamentaldaten an die Agentur für die Zusammenarbeit der Energieregulierungsbehörden (ACER). In Deutschland überwachen die Bundesnetzagentur und die gemeinsame Markttransparenzstelle für Strom und Gas die Einhaltung.
- RFNBORFNBO (Renewable Fuels of Non-Biological Origin) bezeichnet nach der EU-Erneuerbare-Energien-Richtlinie strombasierte Energieträger wie grünen Wasserstoff, Ammoniak oder E-Fuels, die aus erneuerbarem Strom unter Einhaltung strenger Zusatzkriterien erzeugt werden. Sie müssen eine Treibhausgaseinsparung von mindestens 70 Prozent gegenüber dem fossilen Vergleichswert erreichen und die Kriterien der Additionalität sowie der zeitlichen und geografischen Korrelation erfüllen.
- RLMRLM steht für Registrierende Leistungsmessung: die Messung für Kunden mit einem Jahresstromverbrauch über 100.000 kWh, bei der alle 15 Minuten ein Leistungsmittelwert gespeichert wird. RLM ermöglicht eine verbrauchsgetreue Abrechnung und detaillierte Lastganganalysen.
- ReFuelEU AviationReFuelEU Aviation ist eine 2023 verabschiedete EU-Verordnung, die Kraftstofflieferanten verpflichtet, an EU-Flughäfen einen steigenden Mindestanteil nachhaltiger Flugkraftstoffe (SAF) bereitzustellen. Seit 2025 gilt eine Quote von mindestens 2 Prozent, die bis 2050 schrittweise auf 70 Prozent ansteigt.
- RedispatchRedispatch ist der Eingriff des Netzbetreibers in den Kraftwerkseinsatz zur Beseitigung von Netzengpässen: Kraftwerke auf der überlasteten Seite des Engpasses werden gedrosselt, auf der anderen Seite hochgefahren. Seit Redispatch 2.0 (2021) sind auch EE-Anlagen ab 100 kW einbezogen.
- Redispatch 2.0Redispatch 2.0 ist das seit Oktober 2021 in Deutschland geltende erweiterte System zur netzorientierten Steuerung von Erzeugungsanlagen. Es dehnt die Redispatch-Pflicht auf alle steuerbaren Einspeiser ab 100 kW aus, einschließlich Erneuerbare-Energien-Anlagen.
- Regelbarer Ortsnetztransformator (rONT)Ein regelbarer Ortsnetztransformator (rONT) ist ein Ortsnetztransformator, der das Übersetzungsverhältnis zwischen Mittel- und Niederspannungsnetz im laufenden Betrieb stufenweise verändern kann, um die Spannung im Niederspannungsnetz automatisch zu regeln. Dadurch lässt sich mehr dezentrale Einspeisung aus Photovoltaik sowie mehr Verbrauch durch Wärmepumpen und Wallboxen aufnehmen, ohne dass Leitungen sofort verstärkt werden müssen.
- RegelenergieRegelenergie ist Leistung oder Energie, die Übertragungsnetzbetreiber zur Aufrechterhaltung der Netzfrequenz von 50 Hz einsetzen, wenn Erzeugung und Verbrauch nicht im Gleichgewicht sind. Sie wird in Primärregelung, Sekundärregelung und Minutenreserve unterschieden.
- RegelzoneEine Regelzone ist das Netzgebiet, für das ein Übertragungsnetzbetreiber die Systemverantwortung trägt und die Frequenz- und Leistungsbilanz aufrechterhalten muss. In Deutschland gibt es vier Regelzonen: 50Hertz, Amprion, TenneT und TransnetBW.
- RegulierungskontoDas Regulierungskonto ist ein virtuelles Verrechnungskonto, das Über- und Unterdeckungen eines Netzbetreibers innerhalb einer Regulierungsperiode dokumentiert. Abweichungen zwischen tatsächlichen Einnahmen und der genehmigten Erlösobergrenze werden darüber verzinst in Folgejahren ausgeglichen.
- RegulierungsperiodeDie Regulierungsperiode ist der mehrjährige Zeitraum, für den die Bundesnetzagentur im Rahmen der Anreizregulierung nach ARegV die Erlösobergrenze eines Strom- oder Gasnetzbetreibers im Voraus festlegt. Aktuell dauert eine Regulierungsperiode fünf Jahre.
- RenominationRenomination bezeichnet die Anpassung einer bereits eingereichten Nomination vor Ablauf der Anpassungsfrist. Sie kommt zum Einsatz, wenn sich Erzeugungsprognosen oder Handelsgeschäfte nach der ersten Nominierung ändern.
- ResiduallastDie Residuallast ist die Stromnachfrage, die nach Abzug der fluktuierenden Einspeisung aus Wind- und Photovoltaikanlagen übrig bleibt und durch regelbare Kraftwerke, Speicher oder Importe gedeckt werden muss. Übersteigen die Erneuerbaren die Gesamtnachfrage, wird sie negativ.
- ResiduallastgangDer Residuallastgang ist die zeitliche Verlaufskurve der Residuallast, typischerweise im Viertelstundenraster. Er zeigt, wann steuerbare Kraftwerke benötigt werden und wie stark die Schwankungen ausfallen, und dient als Grundlage der Kraftwerkseinsatzplanung.
- RingnetzEin Ringnetz ist eine Netzstruktur, die Verbraucher in einer geschlossenen Schleife verbindet, sodass jeder Anschluss von zwei Seiten gespeist werden kann. Bei einem Leitungsausfall bleibt die Versorgung über den alternativen Ringpfad bestehen, was höhere Zuverlässigkeit als im Strahlennetz bietet.
- Rotierende LastabschaltungRotierende Lastabschaltung bezeichnet die zeitlich begrenzte, turnusmäßig wechselnde Trennung einzelner Netzabschnitte von der Stromversorgung, um bei einer akuten Gefährdung der Netzstabilität einen vollständigen Blackout zu verhindern. In Deutschland ist sie als letztes Mittel im Rahmen von § 13 Abs. 2 EnWG rechtlich verankert, praktisch aber bislang nicht angewendet worden.
- Roundtrip-WirkungsgradDer Roundtrip-Wirkungsgrad ist das Verhältnis der aus einem Batteriespeicher entnommenen Energie zur eingespeicherten Energie über einen vollständigen Lade-Entlade-Zyklus. Er zeigt, wie viel Energie beim Speichern verloren geht.
- reBAPDer reBAP (regelzonenübergreifender einheitlicher Bilanzausgleichsenergiepreis) ist der in Deutschland gültige einheitliche Preis für Ausgleichsenergie. Er wird von den vier Übertragungsnetzbetreibern gemeinsam je Viertelstunde ermittelt und auf netztransparenz.de veröffentlicht.
S
- SAIDISAIDI (System Average Interruption Duration Index) gibt an, wie viele Minuten ein durchschnittlicher Stromkunde in einem Jahr ohne Versorgung war. Die Bundesnetzagentur ermittelt den Wert jährlich aus den nach § 52 EnWG gemeldeten Versorgungsunterbrechungen aller deutschen Netzbetreiber; 2024 lag er bei 11,7 Minuten und damit unter dem Zehnjahresmittel von rund 12,7 Minuten.
- SAIFISAIFI (System Average Interruption Frequency Index) gibt an, wie oft ein durchschnittlicher Stromkunde pro Jahr von einer Versorgungsunterbrechung betroffen ist. Anders als der SAIDI-Wert, der die Ausfalldauer misst, erfasst SAIFI die Ausfallhäufigkeit; nach der VDE-FNN-Störungsstatistik lag der Wert 2024 bei rund 0,28 Unterbrechungen je Kunde, nach 0,34 im Jahr 2023.
- SBTi (Science Based Targets Initiative)Die Science Based Targets Initiative (SBTi) ist eine gemeinsame Organisation von CDP, WRI, UN Global Compact und WWF, die Unternehmen dabei unterstützt, Klimaziele nach wissenschaftlichen Kriterien im Einklang mit dem 1,5-Grad-Pfad des Pariser Klimaabkommens festzulegen und deren Einhaltung zu validieren.
- SCADASCADA (Supervisory Control and Data Acquisition) ist ein computergestütztes System zur zentralen Überwachung und Fernsteuerung technischer Prozesse in Echtzeit, das in der Energiewirtschaft etwa Umspannwerke, Kraftwerke und Verteilnetze steuert. Als Teil kritischer Infrastruktur unterliegt SCADA in Deutschland besonderen IT-Sicherheitsanforderungen.
- SDAC (Single Day-Ahead Coupling)SDAC (Single Day-Ahead Coupling) ist der EU-weite Marktkopplungsmechanismus, der die Day-Ahead-Strommärkte von 27 Ländern und 61 Gebotszonen über den gemeinsamen Preisbildungsalgorithmus PCR Euphemia zu einem einzigen Handelsprozess verbindet. Er bestimmt täglich um 12 Uhr MEZ gleichzeitig die Day-Ahead-Preise und die grenzüberschreitende Kapazitätsnutzung für alle teilnehmenden Länder.
- SLPSLP steht für Standardlastprofil: ein normiertes Verbrauchsprofil für Kunden ohne Lastgangmessung, typischerweise Haushalte und Kleingewerbe bis 100.000 kWh pro Jahr. Die gängigsten Profile sind H0 (Haushalt), G0 (Gewerbe) und L0 (Landwirtschaft).
- SMARDSMARD (Strommarktdaten) ist die von der Bundesnetzagentur betriebene Online-Plattform, die Erzeugungs-, Verbrauchs- und Preisdaten des deutschen und europäischen Strommarkts kostenfrei und nahezu in Echtzeit veröffentlicht. Die Plattform ist seit 2017 online und speist sich unter anderem aus Daten der Übertragungsnetzbetreiber.
- SanierungsfahrplanEin Sanierungsfahrplan ist ein strukturierter Maßnahmenplan für die schrittweise energetische Sanierung eines Gebäudes über einen Zeitraum von 10 bis 15 Jahren, erstellt von einem qualifizierten Energieberater.
- ScheinleistungDie Scheinleistung ist die geometrische Summe aus Wirkleistung (P) und Blindleistung (Q), gemessen in Volt-Ampere (VA) oder Kilovolt-Ampere (kVA). Sie gibt die tatsächliche elektrische Belastung von Leitungen, Transformatoren und Generatoren an.
- Schlichtungsstelle EnergieDie Schlichtungsstelle Energie ist eine nach § 111b EnWG anerkannte Einrichtung zur außergerichtlichen Beilegung von Streitigkeiten zwischen privaten Verbrauchern und Energieversorgungsunternehmen, Messstellenbetreibern oder Messdienstleistern. Das Verfahren ist für Verbraucher grundsätzlich kostenfrei und für Unternehmen bei Antragstellung verpflichtend.
- SchwarzstartfähigkeitSchwarzstartfähigkeit bezeichnet die Fähigkeit eines Kraftwerks oder einer Anlage, ohne externe Netzspannung selbst anzufahren und nach einem Totalausfall zur Wiederherstellung der Netzversorgung beizutragen.
- Scope-1-, Scope-2- und Scope-3-EmissionenScope-1-, Scope-2- und Scope-3-Emissionen sind die drei Kategorien des GHG Protocol zur Bilanzierung von Treibhausgasemissionen eines Unternehmens: Scope 1 umfasst direkte Emissionen aus eigenen Anlagen und Fahrzeugen, Scope 2 die indirekten Emissionen aus eingekauftem Strom, Wärme oder Kälte, und Scope 3 alle übrigen indirekten Emissionen der vor- und nachgelagerten Wertschöpfungskette.
- Second-Life-AnwendungEine Second-Life-Anwendung nutzt ausrangierte Batterien aus Elektrofahrzeugen als stationäre Energiespeicher weiter, nachdem sie für den Fahrzeugbetrieb nicht mehr ausreichend leistungsfähig sind. Solche Batterien verfügen nach acht bis zehn Betriebsjahren häufig noch über 70 bis 80 Prozent ihrer ursprünglichen Kapazität.
- SektorkopplungSektorkopplung ist die Verknüpfung der Energiesektoren Strom, Wärme und Mobilität durch den Einsatz von erneuerbarem Strom, um bisher fossil geprägte Bereiche zu dekarbonisieren.
- Smart ChargingSmart Charging ist die intelligente Steuerung von Ladevorgängen bei Elektrofahrzeugen, die Netzlast, Strompreise, Verfügbarkeit erneuerbarer Energien und Fahrzeuganforderungen berücksichtigt. Ladezeiten werden so optimiert, dass Netzengpässe vermieden und Kosten gesenkt werden.
- Smart GridEin Smart Grid ist ein digital vernetztes, intelligent gesteuertes Energienetz, das Erzeugung, Speicherung, Transport und Verbrauch mithilfe von Kommunikationstechnologie in Echtzeit koordiniert. Es ermöglicht die Integration volatiler erneuerbarer Quellen, flexibler Lasten und dezentraler Erzeuger.
- Smart Meter GatewayDas Smart Meter Gateway (SMGW) ist die sichere Kommunikationseinheit eines intelligenten Messsystems: Es sammelt Messdaten, verschlüsselt sie und überträgt sie an berechtigte Marktpartner. Es ist nach den BSI-Vorgaben der TR-03109 zertifiziert und kann mehrere Zähler (Strom, Gas, Wärme, Wasser) einbinden.
- SoC (State of Charge)SoC (State of Charge) ist der aktuelle Ladezustand eines Batteriespeichers als Prozentsatz der nutzbaren Kapazität – 0 % bedeutet leer, 100 % vollständig geladen. Er ist die wichtigste Echtzeit-Betriebsgröße eines Speichersystems.
- SoH (State of Health)SoH (State of Health) ist eine Kennzahl für den Gesundheitszustand einer Batterie im Verhältnis zum Neuzustand, ausgedrückt in Prozent. Eine neue Batterie hat 100 %; bei 80 % ist die Kapazität auf 80 % der Ursprungskapazität gesunken – ein typischer Referenzwert für das Garantieende.
- SolarkollektorEin Solarkollektor ist die zentrale Komponente einer Solarthermie-Anlage, die Sonnenstrahlung einfängt und in Wärme umwandelt, statt sie wie ein Photovoltaik-Modul in elektrischen Strom umzuwandeln. Die aufgenommene Wärme wird an ein Wärmeträgermedium abgegeben und für Warmwasser oder Heizungsunterstützung genutzt.
- Solarpaket IDas Solarpaket I ist eine seit dem 16. Mai 2024 geltende Gesetzesnovelle, die den Ausbau der Photovoltaik in Deutschland beschleunigen und entbürokratisieren soll – von Balkonkraftwerken über Gewerbedachanlagen bis zu großen Freiflächenanlagen. Zentrale Neuerung ist unter anderem die Anhebung der zulässigen Balkonkraftwerk-Leistung sowie eine deutlich vereinfachte Anmeldung.
- SolarspitzengesetzDas Solarspitzengesetz ist eine seit dem 25. Februar 2025 geltende EnWG-Novelle, die neue PV-Anlagen ohne intelligentes Messsystem und Steuerbox auf eine Einspeisung von 60 Prozent ihrer installierten Leistung begrenzt und die Förderung in Zeiten negativer Börsenstrompreise aussetzt. Als Ausgleich verlängert § 51a EEG die zwanzigjährige Förderdauer um die ausgefallenen Zeiträume, bei Photovoltaik allerdings nur zur Hälfte angerechnet.
- SolarthermieSolarthermie ist die Nutzung von Sonnenenergie zur Wärmegewinnung über Solarkollektoren – für Warmwasser, Heizungsunterstützung oder Prozesswärme. Bei der Wärmeerzeugung erreicht sie deutlich höhere Flächenwirkungsgrade als Photovoltaik.
- SolarzelleDie Solarzelle ist die kleinste Einheit einer PV-Anlage: ein elektronisches Halbleiterbauelement, das Lichtenergie direkt in elektrische Energie umwandelt. Mehrere Solarzellen werden zu einem PV-Modul verschaltet.
- SonderkündigungsrechtDas Sonderkündigungsrecht ist das Recht des Kunden, einen Energieliefervertrag außerordentlich vor Ablauf der Mindestlaufzeit oder Kündigungsfrist zu kündigen – insbesondere bei einer einseitigen Preiserhöhung durch den Lieferanten. Die Kündigung ist fristlos zum Wirksamwerden der Änderung möglich und darf nichts kosten.
- SondervertragEin Sondervertrag ist ein Energieliefervertrag außerhalb der gesetzlichen Grundversorgung, individuell oder als Standardtarif vereinbart. Sonderverträge bieten in der Regel günstigere Preise als die Grundversorgung, oft verbunden mit Mindestlaufzeiten und Bindungsfristen.
- SondervertragspreisDer Sondervertragspreis ist der individuell oder über Standardtarife vereinbarte Energielieferpreis außerhalb der gesetzlichen Grundversorgung. Er gilt für Gewerbe-, Industrie- und Großkunden sowie Haushaltskunden mit eigenem Wettbewerbsvertrag und ist im Gegensatz zur Grundversorgung frei verhandelbar.
- SpannungshaltungSpannungshaltung umfasst alle Maßnahmen, mit denen die Netzspannung innerhalb der zulässigen Bandbreite gehalten wird – nach EN 50160 ±10 % der Nennspannung. Sie ist eine zentrale Aufgabe des Netzbetreibers; ohne sie drohen Schäden an Betriebsmitteln und Versorgungsunterbrechungen.
- Spark SpreadDer Spark Spread ist die Differenz zwischen dem Erlös, den ein Gaskraftwerksbetreiber für erzeugten Strom erzielt, und den Kosten für das zur Erzeugung benötigte Erdgas. Er dient als zentrale Kennzahl zur Einschätzung der Wirtschaftlichkeit von Gaskraftwerken.
- SpeicherbuchenSpeicherbuchen bezeichnet die Reservierung und Nutzung von Kapazitäten in Erdgasspeichern durch Marktteilnehmer wie Händler, Versorger und Großkunden, um saisonale Nachfrageschwankungen auszugleichen.
- SpeicherkapazitätDie Speicherkapazität ist die maximale Energiemenge, die ein Batteriespeicher aufnehmen und wieder abgeben kann, angegeben in Kilowattstunden (kWh). Sie bestimmt, wie viel PV-Überschussenergie für den späteren Verbrauch verfügbar ist.
- SpitzenlastkesselEin Spitzenlastkessel ist eine schnell regelbare Wärme- oder Dampferzeugungsanlage, die nur bei hoher Nachfrage oder Ausfall der Grundlast-Wärmeerzeugung zugeschaltet wird. Typisch sind Gas- oder Ölkessel mit niedrigen Investitions-, aber hohen Betriebskosten.
- SpitzenlastkraftwerkEin Spitzenlastkraftwerk ist eine schnell startfähige Erzeugungsanlage, die nur in wenigen hundert Stunden pro Jahr bei höchster Stromnachfrage eingesetzt wird. Typische Beispiele sind Gasturbinen, Pumpspeicher und Dieselaggregate.
- SpotmarktDer Spotmarkt ist der Marktplatz für kurzfristige Energielieferungen am selben oder nächsten Tag, gehandelt über Börsen wie die EPEX SPOT. Er setzt Preissignale für die aktuellen Angebots- und Nachfrageverhältnisse und ist Referenzpunkt für die Direktvermarktung erneuerbarer Energien.
- SpotpreisDer Spotpreis ist der kurzfristige Marktpreis für Energie an der Strombörse (z. B. EPEX SPOT) für Lieferungen am nächsten Tag oder innerhalb des laufenden Tages. Er spiegelt die aktuelle Angebots- und Nachfragesituation wider und kann von negativen Werten bis zu mehreren hundert €/MWh reichen.
- StadtwerkeStadtwerke sind kommunale oder mehrheitlich kommunale Unternehmen, die die lokale Energieversorgung mit Strom, Gas und Wärme sowie oft Wasser und ÖPNV anbieten. Sie verbinden meist Netzbetrieb und Energievertrieb und sind häufig Grundversorger vor Ort.
- StandardlastprofilverfahrenDas Standardlastprofilverfahren (SLP) ist eine vereinfachte Methode zur Verbrauchsermittlung für Haushalts- und kleine Gewerbekunden ohne Lastgangmessung. Der Jahresverbrauch wird anhand statistischer Lastprofile zeitlich verteilt – etwa H0 für Haushalte und G0 bis G6 für Gewerbe.
- Steuerbare Verbrauchseinrichtung (§ 14a EnWG)§ 14a EnWG verpflichtet Verteilnetzbetreiber, Betreibern steuerbarer Verbrauchseinrichtungen wie Wärmepumpen, privaten Ladepunkten oder Batteriespeichern im Gegenzug für eine netzorientierte Steuerung ein reduziertes Netzentgelt zu gewähren. Seit 1. Januar 2024 gilt dafür eine bundeseinheitliche Festlegung der Bundesnetzagentur mit drei wählbaren Entlastungsmodulen.
- StichtagsbeschaffungDie Stichtagsbeschaffung ist eine Energieeinkaufsstrategie, bei der die gesamte benötigte Strom- oder Gasmenge zu einem einzigen, festgelegten Zeitpunkt zum dann gültigen Marktpreis fest eingekauft wird. Sie bietet hohe Planungssicherheit für die gesamte Vertragslaufzeit, birgt aber das Risiko, ausgerechnet an einem ungünstigen Markttag einzukaufen.
- StrahlennetzEin Strahlennetz ist eine einfache Netzstruktur, bei der Verbraucher über eine einzige Leitung vom Einspeisepunkt aus versorgt werden, ohne redundante Verbindungen. Es ist kostengünstig, bietet aber keine Versorgungsredundanz: Fällt die Leitung aus, ist der gesamte nachgelagerte Bereich ohne Strom.
- StringEin String ist die Reihenschaltung mehrerer PV-Module, die ihren Strom gemeinsam in einen Wechselrichtereingang einspeisen. Dabei addieren sich die Spannungen der Module, während der Strom gleich bleibt.
- StromGVVDie StromGVV (Stromgrundversorgungsverordnung) ist eine Bundesverordnung, die die Grundversorgung mit Strom regelt: Sie konkretisiert die Belieferungspflicht des örtlichen Grundversorgers gegenüber Haushaltskunden nach § 36 EnWG und definiert allgemeine Preise, Bedingungen, Abrechnung und Verbraucherrechte.
- StromNEV (Stromnetzentgeltverordnung)Für Unternehmen mit hohem oder besonders gleichmäßigem Stromverbrauch ist die StromNEV vor allem wegen § 19 Abs. 2 relevant: Diese Vorschrift erlaubt ein individuelles, reduziertes Netzentgelt bei atypischer oder intensiver Netznutzung. Wer die dort genannten Schwellenwerte erreicht, kann sein Netzentgelt auf bis zu 20 Prozent des regulären Entgelts absenken lassen.
- StromNZV (Stromnetzzugangsverordnung)Die Stromnetzzugangsverordnung (StromNZV) regelt die technischen und organisatorischen Bedingungen für den Zugang zu Stromnetzen, insbesondere die Bildung und Abrechnung von Bilanzkreisen sowie das Engpassmanagement an Grenzkuppelstellen. Sie ist damit das organisatorische Gegenstück zur StromNEV, die die Höhe der Netzentgelte regelt.
- Stromkennzeichnung (§ 42 EnWG)Die Stromkennzeichnung nach § 42 EnWG verpflichtet Energieversorger, auf Rechnungen, in Werbematerial und auf ihrer Website offenzulegen, aus welchen Energieträgern sich der von ihnen verkaufte Strom zusammensetzt und welche Umweltauswirkungen damit verbunden sind. Verbraucher können so den Energiemix und CO2-Ausstoß ihres Stromlieferanten nachvollziehen.
- StrommarktDer Strommarkt ist der organisierte Markt für den Handel mit elektrischer Energie. Er umfasst Großhandelsmärkte (Börsen wie die EEX und EPEX SPOT, OTC-Handel), Einzelhandelsmärkte zwischen Versorgern und Endkunden sowie Systemdienstleistungsmärkte wie die Regelenergie; in Deutschland ist er vollständig liberalisiert.
- StrommarktdesignStrommarktdesign bezeichnet die grundlegenden Regeln, nach denen Erzeugung, Handel und Vergütung von Strom organisiert sind. Deutschland setzt aktuell auf einen Energy-Only-Markt, in dem Erzeuger nur für tatsächlich gelieferten Strom bezahlt werden; ab 2028 soll ergänzend ein technologieneutraler Kapazitätsmarkt eingeführt werden.
- Stromnetzentgeltverordnung (StromNEV)Die Stromnetzentgeltverordnung (StromNEV) regelt die Methodik zur Ermittlung der Netzentgelte für den Zugang zu Elektrizitätsversorgungsnetzen in Deutschland, also wie Netzbetreiber ihre Kosten auf Ein- und Ausspeisepunkte umlegen. Sie konkretisiert die Vorgaben des § 21 EnWG und bildet zusammen mit der Anreizregulierungsverordnung die Grundlage der Netzentgeltregulierung durch die Bundesnetzagentur und die Landesregulierungsbehörden.
- StromsteuerDie Stromsteuer ist eine Verbrauchsteuer auf die Entnahme von elektrischem Strom aus dem Versorgungsnetz oder aus bestimmten Eigenerzeugungsanlagen, geregelt im Stromsteuergesetz (StromStG) und erhoben von den Hauptzollämtern. Der Regelsteuersatz liegt bei 2,05 Cent je Kilowattstunde; Unternehmen des produzierenden Gewerbes sowie der Land- und Forstwirtschaft können ihn nach § 9b StromStG dauerhaft auf den EU-Mindeststeuersatz von 0,05 Cent je Kilowattstunde absenken lassen.
- StromtarifEin Stromtarif ist die Preisstruktur, nach der ein Energielieferant Strom an seine Kunden abrechnet. Sie besteht typischerweise aus einem Arbeitspreis (ct/kWh) und einem Grundpreis (€/Monat oder €/Jahr) und variiert nach Laufzeit, Preismodell und Kundengruppe.
- Strukturierte BeschaffungStrukturierte Beschaffung ist eine Einkaufsstrategie, bei der Energiemengen nicht auf einmal, sondern in Tranchen über einen längeren Zeitraum zu unterschiedlichen Marktpreisen beschafft werden. Ziel ist die Reduktion von Preisrisiken durch zeitliche Streuung der Einkäufe.
- SubmeteringSubmetering bezeichnet die verbrauchsabhängige Erfassung und Abrechnung von Heiz-, Warmwasser- und Kaltwasserkosten innerhalb eines Gebäudes mittels Unterzählern wie Heizkostenverteilern, Wärme- oder Wasserzählern. In Mehrparteienhäusern mit zentraler Heizungsanlage ist Submetering nach der Heizkostenverordnung für Vermieter verpflichtend.
- SummenzählermodellDas Summenzählermodell ist ein Messkonzept für Mieterstrom, bei dem ein zentraler Summenzähler den Gesamtverbrauch des Gebäudes erfasst, einzelne Wohnungszähler den Verbrauch je Mieter messen und ein separater Erzeugungszähler die eingespeiste PV- oder BHKW-Strommenge dokumentiert. So können Mieter Solarstrom beziehen, ohne dass dafür reguläre Netzentgelte anfallen.
- SynchronkondensatorEin Synchronkondensator ist eine rotierende elektrische Maschine, die synchron mit der Netzfrequenz läuft und ohne eigene Wirkleistungserzeugung Blindleistung, Kurzschlussleistung und Momentanreserve ins Netz einspeist. Er wird häufig aus stillgelegten Kraftwerksgeneratoren umgebaut und dient der Netzstabilisierung bei sinkendem Anteil rotierender Kraftwerksmassen.
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- THG-QuoteDie THG-Quote verpflichtet Unternehmen, die Kraft- und Brennstoffe in Verkehr bringen, die Treibhausgasemissionen ihrer Produkte gegenüber einem Referenzwert um einen gesetzlich festgelegten Prozentsatz zu mindern – 2026 liegt dieser Wert nach § 37a BImSchG bei 12 Prozent. Halter von Elektrofahrzeugen können die damit verbundene CO2-Einsparung zertifizieren lassen und an quotenverpflichtete Unternehmen verkaufen.
- TR-03109TR-03109 ist eine mehrteilige Technische Richtlinie des BSI, die funktionale, sicherheitstechnische und interoperable Anforderungen an Smart-Meter-Gateways und die Gateway-Administration festlegt. Sie konkretisiert technisch die Vorgaben des Messstellenbetriebsgesetzes für den Einbau intelligenter Messsysteme.
- TTF (Title Transfer Facility)Die Title Transfer Facility (TTF) ist ein 2003 von Gasunie eingerichteter virtueller Handelspunkt in den Niederlanden und der mit Abstand meistgenutzte Referenzpreis für Erdgas in Europa. Handel und Notierung erfolgen in Euro pro Megawattstunde, überwiegend an der ICE-Börse in London.
- TerminmarktDer Terminmarkt ist der Markt für standardisierte, langfristige Strom- und Gaslieferkontrakte (Futures, Forwards, Optionen) – börslich vor allem an der EEX – für Lieferungen von der nächsten Woche bis mehrere Jahre in die Zukunft.
- TerminpreisDer Terminpreis ist der heute vereinbarte Preis für eine zukünftige Energielieferung – üblicherweise für Monats-, Quartals- oder Jahresprodukte. Gehandelt wird er an Terminbörsen wie der EEX oder im OTC-Markt; er spiegelt Markterwartungen, Risikoprämien und Absicherungsbedarfe wider.
- Thermisches DurchgehenThermisches Durchgehen (Thermal Runaway) ist eine sich selbst verstärkende Kettenreaktion in einer Lithium-Ionen-Zelle, bei der die intern entstehende Wärme schneller zunimmt, als sie abgeführt werden kann. Die Folge ist ein rapider Temperaturanstieg mit Gasbildung, Zellventing und im ungünstigsten Fall Brand- oder Explosionsgefahr. Ausgelöst wird der Prozess typischerweise durch mechanische Beschädigung, Überladung, Kurzschluss, Fertigungsfehler oder anhaltende Überhitzung einzelner Zellen.
- Trading Hub Europe (THE)Trading Hub Europe (THE) ist der Marktgebietsverantwortliche für das deutschlandweite Gasmarktgebiet und übernimmt seit dem 1. Oktober 2021 zentrale Aufgaben wie den Betrieb des virtuellen Handelspunkts, das Bilanzkreismanagement und die Beschaffung von Ausgleichsenergie. Das Unternehmen wurde von elf deutschen Fernleitungsnetzbetreibern gemeinsam gegründet.
- TranchenmodellDas Tranchenmodell ist eine konkrete Ausprägung der strukturierten Beschaffung, bei der der Gesamtenergiebedarf in gleich große oder strategisch gewichtete Teilmengen (Tranchen) aufgeteilt und zu verschiedenen Zeitpunkten eingekauft wird.
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- U-WertDer U-Wert (Wärmedurchgangskoeffizient) ist ein Kennwert für den Wärmeverlust eines Bauteils pro Flächeneinheit und Temperaturunterschied, angegeben in W/(m²·K). Je niedriger der U-Wert, desto besser die Dämmwirkung.
- USV (Unterbrechungsfreie Stromversorgung)Eine unterbrechungsfreie Stromversorgung (USV) überbrückt kurzfristige Netzausfälle und Spannungsschwankungen mit einer Batterie, damit kritische Verbraucher wie Server, Notbeleuchtung oder Aufzüge ohne Unterbrechung weiterlaufen. Für höchste Anforderungen, etwa in Rechenzentren, kommt die Online-USV mit Doppelwandlertechnik zum Einsatz.
- UTILMDUTILMD ist ein EDIFACT-Nachrichtenformat, mit dem Netzbetreiber, Lieferanten und Messstellenbetreiber im deutschen Strom- und Gasmarkt Stammdaten zu Zählpunkten, Verträgen und Marktlokationen elektronisch austauschen. Es bildet die technische Grundlage für Prozesse wie Lieferantenwechsel und Vertragsänderungen.
- UnbundlingUnbundling bezeichnet die Entflechtung von Netzbetrieb und Energieerzeugung bzw. -vertrieb: Der regulierte Netzbetrieb muss von den wettbewerblichen Aktivitäten eines Energieunternehmens getrennt werden. Ziel ist es, Diskriminierung beim Netzzugang zu verhindern und fairen Wettbewerb zu sichern.
- Uniform Pricing (Einheitspreisverfahren)Uniform Pricing ist das an der Strombörse EPEX Spot angewendete Auktionsverfahren, bei dem alle zum Zuschlag kommenden Kraftwerke und Anbieter denselben Markträumungspreis erhalten – unabhängig von ihren tatsächlichen Erzeugungskosten. Maßgeblich ist der Preis des letzten, teuersten Kraftwerks, das zur Deckung der Nachfrage benötigt wird (Merit-Order-Prinzip).
- UnionsregisterDas Unionsregister ist das elektronische, EU-weite Kontenverzeichnis des Emissionshandels (EU-ETS), in dem Besitz und Übertragung von Emissionsberechtigungen auf Basis der EU-Registerverordnung (EU) 2019/1122 erfasst werden. Es ist keine Handelsplattform; den deutschen Teil verwaltet die DEHSt.
- Unterjährige Verbrauchsinformation (UVI)Die unterjährige Verbrauchsinformation verpflichtet Vermieter und Hausverwaltungen, Mietern bei fernablesbaren Heizkosten- und Warmwasserzählern monatlich Informationen zu ihrem laufenden Verbrauch bereitzustellen. Grundlage ist die Heizkostenverordnung; die Pflicht gilt seit dem 1. Januar 2022 verbindlich, sobald entsprechende Messtechnik installiert ist.
- UnterzählerkonzeptEin Unterzählerkonzept ordnet innerhalb einer Liegenschaft zusätzliche Zähler unterhalb eines Haupt- oder Summenzählers an, um Verbrauch einzelner Nutzungseinheiten oder Erzeugungsanlagen getrennt zu erfassen. Es ist zentral bei Mieterstrom, Wärme-Contracting und der Heizkostenabrechnung.
- Übertragungsnetzbetreiber (ÜNB)Übertragungsnetzbetreiber (ÜNB) sind die Betreiber des Höchstspannungsnetzes (380/220 kV) für den überregionalen und internationalen Stromtransport. In Deutschland gibt es vier ÜNB: 50Hertz, Amprion, TenneT und TransnetBW.
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- VDE-AR-N (Anwendungsregel)VDE-AR-N-Anwendungsregeln sind vom FNN (Forum Netztechnik/Netzbetrieb im VDE) herausgegebene technische Regelwerke, die bundesweit einheitliche Anforderungen an den Anschluss und Betrieb von Anlagen auf den verschiedenen Spannungsebenen des Stromnetzes festlegen. Sie konkretisieren gesetzliche Vorgaben wie das EnWG technisch und werden über Netzanschlussverträge verbindlich.
- VDE-AR-N 4105 / VDE-AR-N 4110Die VDE-Anwendungsregeln 4105 und 4110 legen die technischen Anschlussbedingungen für Erzeugungsanlagen wie Photovoltaik-, KWK- oder Batteriespeicheranlagen fest. Die VDE-AR-N 4105 gilt für das Niederspannungsnetz bis 500 Kilowatt, die VDE-AR-N 4110 für das Mittelspannungsnetz mit höheren technischen Anforderungen wie Fault-Ride-Through und Anlagenzertifikat.
- Value-at-Risk (VaR)Der Value-at-Risk (VaR) ist eine statistische Kennzahl, die den maximalen Verlust eines Energieportfolios innerhalb eines definierten Zeitraums bei einem gegebenen Konfidenzniveau (z. B. 95 %) angibt.
- Variabler TarifEin variabler Tarif ist ein Energieliefervertrag, dessen Preis regelmäßig (etwa monatlich oder quartalsweise) an die Marktentwicklung angepasst wird. Kunden profitieren von fallenden Preisen, tragen aber das Risiko von Steigerungen; meist ohne Mindestlaufzeit und mit kurzen Kündigungsfristen.
- Vehicle-to-Grid (V2G)Vehicle-to-Grid (V2G) bezeichnet die bidirektionale Nutzung von Elektroauto-Batterien als mobile Stromspeicher: Die Fahrzeuge laden nicht nur, sondern speisen bei Bedarf auch Strom zurück ins Netz. E-Autos werden so zu dezentralen Flexibilitätsressourcen im Energiesystem.
- Vehicle-to-Home (V2H)Vehicle-to-Home (V2H) bezeichnet die Rückspeisung von Strom aus der Batterie eines Elektrofahrzeugs in das Hausnetz, sodass das Fahrzeug wie ein zusätzlicher Batteriespeicher genutzt werden kann. Anders als beim Vehicle-to-Grid (V2G) fließt der Strom dabei nicht ins öffentliche Netz, sondern versorgt ausschließlich Verbraucher im eigenen Gebäude.
- Vermaschtes NetzEin vermaschtes Netz (Maschennetz) ist eine Stromnetzstruktur mit mehreren Einspeisepunkten und ringförmig vielfach verbundenen Leitungen, wodurch Verbraucher aus mehreren Richtungen versorgt werden können. Diese Topologie bietet die höchste Versorgungssicherheit und die geringsten Netzverluste im Vergleich zu Strahlen- und Ringnetzen, erfordert aber einen deutlich höheren Schutz- und Planungsaufwand.
- VerschattungVerschattung ist die teilweise oder vollständige Abschattung von PV-Modulen durch Gebäude, Bäume, Schornsteine oder andere Objekte. Sie verursacht überproportionale Ertragsverluste, weil ein verschattetes Modul die Leistung des gesamten Strings drosseln kann.
- VersorgungsunterbrechungEine Versorgungsunterbrechung ist der Ausfall der Energielieferung an einen oder mehrere Kunden über einen definierten Mindestzeitraum – in der Störungsstatistik der Bundesnetzagentur werden Stromunterbrechungen von mehr als drei Minuten erfasst. Ursachen sind Netzfehler, Wartungsarbeiten, extreme Wetterereignisse oder technische Störungen.
- VersorgungszuverlässigkeitVersorgungszuverlässigkeit bezeichnet die Fähigkeit eines Energieversorgungssystems, Kunden kontinuierlich und in der geforderten Qualität mit Energie zu versorgen. Gemessen wird sie über Kennzahlen wie SAIDI (durchschnittliche Unterbrechungsdauer) und SAIFI (durchschnittliche Unterbrechungshäufigkeit).
- Verteilnetzbetreiber (VNB)Verteilnetzbetreiber (VNB) sind die Betreiber regionaler und lokaler Strom- oder Gasverteilnetze – beim Strom auf Hoch-, Mittel- und Niederspannungsebene (typisch 110 kV bis 0,4 kV). Sie stellen Endkunden den Netzzugang bereit und verantworten Netzanschluss, Entstörung und in der Grundzuständigkeit auch den Messstellenbetrieb vor Ort.
- Virtueller Handelspunkt (VHP)Der virtuelle Handelspunkt (VHP) ist ein fiktiver, nicht physisch existierender Übergabepunkt im deutschen Gasmarktgebiet, an dem Marktteilnehmer Erdgas handeln können, ohne konkrete Transportkapazität zu einem bestimmten Ein- oder Ausspeisepunkt zu buchen. Er trennt damit den Preis für das Gas selbst vom Preis für dessen physischen Transport und wird von Trading Hub Europe betrieben.
- Virtuelles KraftwerkEin virtuelles Kraftwerk bündelt viele dezentrale Erzeugungs- und Speicheranlagen – etwa Photovoltaik, Batteriespeicher, Blockheizkraftwerke oder Windenergieanlagen – über eine digitale Leitwarte zu einem gemeinsam steuerbaren Verbund. Dadurch kann der Betreiber am Regelenergiemarkt und in der Direktvermarktung teilnehmen, was einzelnen kleinen Anlagen allein verwehrt bliebe.
- VolllaststundenVolllaststunden geben die fiktive Betriebsdauer einer Energieanlage bei maximaler Leistung an, die nötig wäre, um die tatsächlich erzeugte Jahresenergiemenge zu produzieren. Sie berechnen sich als Jahresenergieertrag (kWh) geteilt durch die Nennleistung (kW).
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- Walk-by-/Drive-by-SystemWalk-by- und Drive-by-Systeme sind Verfahren der Funkablesung, bei denen ein Ableser mit einem mobilen Empfangsgerät zu Fuß oder mit dem Auto an Zählern vorbeigeht bzw. vorbeifährt und die per Funk – meist wireless M-Bus – ausgesendeten Verbrauchsdaten automatisch erfasst, ohne die Wohnung betreten zu müssen.
- WallboxEine Wallbox ist eine fest installierte Ladestation für Elektrofahrzeuge, die im Vergleich zur Haushaltssteckdose deutlich höhere und sicherere Ladeleistungen ermöglicht. Nach § 19 der Niederspannungsanschlussverordnung müssen alle Wallboxen beim Netzbetreiber angemeldet werden, ab einer Ladeleistung von mehr als 11 Kilowatt ist zusätzlich eine Genehmigung erforderlich.
- WasserkraftWasserkraft ist die Stromerzeugung aus fließendem oder fallendem Wasser: Wasserturbinen treiben Generatoren an und nutzen dabei die potenzielle Energie aus Gefälle und Wassermenge.
- Wasserstoff-KernnetzDas Wasserstoff-Kernnetz ist die von der Bundesnetzagentur am 22. Oktober 2024 genehmigte Grundstruktur für den zukünftigen Wasserstofftransport in Deutschland mit einer Gesamtlänge von rund 9.040 Kilometern. Es entsteht überwiegend durch Umstellung bestehender Gasleitungen und soll schrittweise bis 2032 vollständig in Betrieb gehen.
- WechselrichterEin Wechselrichter wandelt den Gleichstrom (DC) der PV-Module in netzkonformen Wechselstrom (AC, 230/400 V, 50 Hz) um. Er ist das Kernelement jeder netzgekoppelten PV-Anlage und erreicht in modernen Ausführungen Wirkungsgrade von etwa 97 bis 99 Prozent.
- Wechselstrom (AC)Wechselstrom (AC) ist elektrischer Strom, der periodisch seine Richtung wechselt – in Europa mit 50 Hz. AC ist Standard für alle öffentlichen Stromnetze, da er per Transformator auf beliebige Spannungsebenen gewandelt und verlustarm über weite Strecken transportiert werden kann.
- WiM (Wechselprozesse im Messwesen)WiM ist die von der Bundesnetzagentur festgelegte Sammlung bundesweit einheitlicher Geschäftsprozesse für den Wechsel des Messstellenbetreibers und die Datenübermittlung zwischen den beteiligten Marktpartnern in Strom und Gas. Sie regelt Fristen, Datenformate (EDIFACT-Nachrichten) und Zuständigkeiten zwischen Netzbetreiber, grundzuständigem und wettbewerblichem Messstellenbetreiber (gMSB/wMSB). Grundlage ist im Wesentlichen das Messstellenbetriebsgesetz (MsbG); WiM ergänzt die GPKE (Lieferantenwechsel Strom) und GeLi Gas (Lieferantenwechsel Gas) um die messwesenspezifischen Abläufe.
- Wind-an-Land-GesetzDas Wind-an-Land-Gesetz verpflichtet die Bundesländer, verbindlich 2 Prozent der bundesdeutschen Landesfläche für den Ausbau der Windenergie an Land bereitzustellen. Kernstück ist das Windenergieflächenbedarfsgesetz (WindBG), das seit dem 1. Februar 2023 gilt und den Ländern gestaffelte Zwischen- und Endziele bis 2027 und 2032 vorgibt.
- WindenergieWindenergie ist die Stromerzeugung durch Windkraftanlagen: Rotorblätter mit aerodynamischem Profil wandeln die Bewegungsenergie des Windes in Rotationsenergie um, ein Generator erzeugt daraus Strom. Die im Wind enthaltene Leistung steigt mit der dritten Potenz der Windgeschwindigkeit.
- Windenergie-auf-See-Gesetz (WindSeeG)Das Windenergie-auf-See-Gesetz (WindSeeG) regelt seit 2017 die Flächenvergabe, den Bau und die Netzanbindung von Offshore-Windparks in Nord- und Ostsee. Es ersetzt feste Vergütungsregelungen durch ein Ausschreibungssystem, das das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) verwaltet, und legt die deutschen Ausbauziele für Windenergie auf See bis 2045 fest.
- WirkleistungWirkleistung ist die elektrische Leistung, die tatsächlich in nutzbare Arbeit (Wärme, Licht, Bewegung) umgewandelt wird, gemessen in Watt (W) oder Kilowatt (kW). Sie ist der nützliche Anteil der Scheinleistung und die abrechnungsrelevante Größe der Energiewirtschaft.
- WirkungsgradDer Wirkungsgrad gibt das Verhältnis von Nutzleistung zu Aufnahmeleistung einer Anlage oder eines Geräts in Prozent an und zeigt, wie effizient Energie umgewandelt wird. Ein Wirkungsgrad von 95 % bedeutet, dass 5 % der eingesetzten Energie als Verlust – etwa Wärme oder Reibung – verloren gehen.
- Wobbe-IndexDer Wobbe-Index (auch Wobbezahl) ist eine Kennzahl zur Charakterisierung der Austauschbarkeit von Brenngasen wie Erdgas; er wird aus dem Brennwert des Gases geteilt durch die Wurzel des Verhältnisses seiner Dichte zur Dichte von Luft berechnet. Er zeigt an, ob ein Gasgerät bei einem Gaswechsel ohne Anpassung von Düsen oder Einstellungen weiterbetrieben werden kann, und ist zentraler Parameter im DVGW-Regelwerk, unter anderem im Arbeitsblatt G 260 zur Gasbeschaffenheit.
- WärmelieferverordnungDie Wärmelieferverordnung (WärmeLV) regelt, unter welchen Voraussetzungen Vermieter bestehenden Mietwohnraum von der Eigenversorgung mit Wärme auf gewerbliche Wärmelieferung (Contracting) umstellen und die Wärmelieferkosten als Betriebskosten auf Mieter umlegen dürfen. Sie konkretisiert § 556c BGB durch Vorgaben zu Kostenvergleich, Vertragsinhalten und Ankündigungsfristen.
- Wärmenetz 4.0Wärmenetz 4.0 bezeichnet die vierte Generation von Fernwärmenetzen, die mit niedrigen Vor- und Rücklauftemperaturen (unter 70 °C Vorlauf) betrieben werden und vielfältige erneuerbare Wärmequellen integrieren können.
- WärmepumpeEine Wärmepumpe ist eine Anlage, die Umweltwärme aus Luft, Erde oder Wasser für Heizung und Warmwasser nutzbar macht, indem sie mit elektrischer Energie Wärme von niedrigem auf nutzbares Temperaturniveau hebt. Aus einer kWh Strom erzeugt sie typischerweise 2,5 bis 5 kWh Wärme (COP 2,5–5).
- Wärmepumpen-Betriebsprüfung (§ 60a GEG)Die Wärmepumpen-Betriebsprüfung nach § 60a GEG verpflichtet Betreiber von Wärmepumpen in Gebäuden ab sechs Wohn- oder Nutzungseinheiten mit Inbetriebnahme nach dem 31. Dezember 2023 dazu, die Anlage nach der ersten Heizperiode, spätestens jedoch zwei Jahre nach Inbetriebnahme, durch eine fachkundige Person prüfen und bei Bedarf optimieren zu lassen.
- wMSBDer wMSB (wettbewerblicher Messstellenbetreiber) ist der Alternativanbieter zum grundzuständigen Messstellenbetreiber, den Anschlussnutzer oder Anlagenbetreiber aktiv beauftragen können. wMSB bieten oft erweiterte Dienste wie Fernauslesung, Online-Dashboards und Lastganganalysen.
Z
- ZertifikatekontoEin Zertifikatekonto ist ein elektronisches Konto im Unionsregister des EU-Emissionshandels, auf dem Emissionszertifikate (EUAs) gehalten, gekauft, verkauft und abgegeben werden. Es ist Pflichtvoraussetzung für die Teilnahme am EU-ETS.
- ZustandszahlDie Zustandszahl ist der Umrechnungsfaktor, mit dem das beim Kunden gemessene Gasvolumen in das Normzustandsvolumen (0 °C, 1.013,25 mbar) umgerechnet wird. Sie berücksichtigt Temperatur und Druck am Übergabepunkt und ist Pflichtangabe auf der Gasrechnung.
- ZweirichtungszählerEin Zweirichtungszähler ist ein Stromzähler, der Strombezug aus dem Netz und Stromeinspeisung ins Netz in getrennten Registern erfasst. Er ist für alle PV-Anlagen mit Netzeinspeisung erforderlich.
- ZyklenalterungZyklenalterung bezeichnet den Kapazitätsverlust eines Batteriespeichers, der durch wiederholte Lade- und Entladevorgänge entsteht – im Unterschied zur kalendarischen Alterung, die auch im Stillstand allein durch Zeit und Temperatur fortschreitet. Sie hängt vor allem von Entladetiefe, Laderate und Betriebstemperatur ab und bestimmt zusammen mit der kalendarischen Alterung die tatsächliche Nutzungsdauer und die Garantiebedingungen eines Speichers.
- ZyklenlebensdauerDie Zyklenlebensdauer gibt an, wie viele vollständige Lade- und Entladezyklen ein Batteriespeicher durchlaufen kann, bevor seine Restkapazität unter einen definierten Schwellenwert, häufig 80 oder 70 Prozent der Nennkapazität, sinkt. Sie ist neben der Kalenderalterung eine der beiden zentralen Alterungsgrößen von Batteriespeichern und hängt stark von Zellchemie, Entladetiefe, Temperatur und Lade-/Entladeleistung ab.