Energie-Glossar · M
MSCONS
MSCONS (Metered Services Consumption Report Message) ist ein EDIFACT-Nachrichtenformat, mit dem Zählerstände, Lastgänge und andere Messwerte standardisiert zwischen den Marktrollen der Energiewirtschaft ausgetauscht werden. Es bildet laut Bundesnetzagentur und EDI@Energy das technische Rückgrat der Marktkommunikation für Strom, Gas und Fernwärme.
Die wichtigsten Informationen zu MSCONS
- EDIFACT-Nachrichtenformat auf Basis des UN/EDIFACT-Standards, branchenspezifisch von EDI@Energy unter Federführung des BDEW weiterentwickelt
- Überträgt Zählerstände, Lastgänge, Registerwerte und Verbrauchsdaten für Strom, Gas und Fernwärme
- Ausgetauscht zwischen Messstellenbetreibern, Netzbetreibern, Lieferanten und Bilanzkreisverantwortlichen
- Pflichtformat der Marktkommunikation seit den GPKE-Prozessen von 2007, Bundesnetzagentur veröffentlicht aktuelle Versionen per Mitteilung
- Fehlerhafte oder unvollständige MSCONS-Nachrichten werden dem Absender per APERAK zurückgemeldet
Wofür wird MSCONS in der Marktkommunikation eingesetzt?
MSCONS überträgt Messwerte entlang der Kette vom Messstellenbetreiber zum Netzbetreiber und zum Lieferanten: Der Messstellenbetreiber erfasst Zählerstände oder registrierende Lastgänge und versendet sie als MSCONS-Nachricht an alle Marktpartner, die diese Werte für ihre Prozesse benötigen. Auf dieser Datengrundlage erfolgen unter anderem die Netznutzungsabrechnung, die Bilanzkreisabrechnung und die Rechnungsstellung an Letztverbraucher. Jede Nachricht enthält die Zählpunktbezeichnung, die zugehörige OBIS-Kennzahl, den Messwert selbst, einen Zeitstempel sowie einen Statuscode, der etwa zwischen gemessenen und geschätzten Werten unterscheidet.
MSCONS steht dabei nicht isoliert, sondern ist Teil eines größeren Formatökosystems der Marktkommunikation: Während UTILMD Stammdaten wie Zählpunkte, Lieferantenwechsel oder Netznutzungsverhältnisse abbildet, überträgt MSCONS ausschließlich Messwerte. Kommt eine MSCONS-Nachricht fehlerhaft oder unvollständig an, meldet der Empfänger dies über eine APERAK-Nachricht zurück, woraufhin der Absender die Daten korrigiert und erneut versendet.
Was bedeutet MSCONS für Unternehmen und Hausverwaltungen mit eigenem Zähler oder RLM-Messung?
Unternehmen und Hausverwaltungen mit registrierender Leistungsmessung (RLM) oder einem eigenen, viertelstundenscharf ausgelesenen Zählpunkt erhalten ihre Verbrauchsdaten in der Regel über den Messstellenbetreiber und ihren Lieferanten als MSCONS-Nachricht aufbereitet. Das betrifft vor allem Sondervertragskunden mit höherem Verbrauch, deren Abrechnung nicht über pauschale Standardlastprofile, sondern über tatsächlich gemessene Lastgänge erfolgt. Seit die Day-Ahead-Börse seit Oktober 2025 in Viertelstunden-Auflösung handelt, gewinnt die zeitnahe und korrekte Übermittlung dieser Lastgangdaten zusätzlich an Bedeutung, etwa für Unternehmen mit dynamischen Tarifen oder eigener Beschaffung.
In der Praxis lohnt sich für Unternehmen mit eigenem Zählpunkt ein Blick auf die Datenqualität und Aktualität der gelieferten MSCONS-Nachrichten: Verspätete oder lückenhafte Lastgänge erschweren die Rechnungsprüfung und können zu Nachforderungen oder Differenzen bei der Bilanzkreisabrechnung führen. Wer eine eigene Marktkommunikations-Software betreibt oder wechselt, sollte frühzeitig prüfen, ob die technische Schnittstelle zum Messstellenbetreiber die aktuelle MSCONS-Version unterstützt. Das gilt besonders, wenn ein Unternehmen von seinem Recht auf freie Wahl des Messstellenbetreibers Gebrauch macht: Beim Wechsel vom grundzuständigen zu einem wettbewerblichen Messstellenbetreiber muss die MSCONS-Anbindung zum neuen Dienstleister rechtzeitig aufgebaut sein, damit Lastgänge lückenlos weiterlaufen und keine Verzögerungen bei der Netznutzungs- oder Bilanzkreisabrechnung entstehen.
Wie läuft der technische Austausch von MSCONS-Nachrichten ab?
Der Versand erfolgt über standardisierte, zertifikatsbasierte EDI-Schnittstellen zwischen den beteiligten Marktpartnern. Änderungen an Format und Version werden gemeinsam von den Branchenverbänden über EDI@Energy erarbeitet und von der Bundesnetzagentur per Mitteilung im Rahmen ihrer Beschlusskammer-Zuständigkeit veröffentlicht und für verbindlich erklärt. Beim Wechsel des Messstellenbetreibers oder Lieferanten sollten Unternehmen deshalb sicherstellen, dass die neue Gegenstelle dieselbe MSCONS-Version unterstützt, um Übergangsstörungen bei der Datenübermittlung zu vermeiden.
Bevor ein Marktpartner produktiv MSCONS-Nachrichten mit einem neuen Kommunikationspartner austauscht, wird die Verbindung in aller Regel in einer Testphase überprüft: Dabei wird kontrolliert, ob Formatvarianten, Statuscodes und Zählpunktkennzeichnungen korrekt interpretiert werden, bevor der Echtbetrieb startet. Für Unternehmen bedeutet das, dass ein Wechsel von Messstellenbetreiber oder Marktkommunikations-Dienstleister mit einem gewissen Vorlauf geplant werden sollte, damit die Datenübermittlung beim eigentlichen Wechseltermin ohne Lücken funktioniert.
Häufige Fragen zu MSCONS
Was bedeutet MSCONS ausgeschrieben?
MSCONS steht für Metered Services Consumption Report Message, eine EDIFACT-Nachricht zur Übermittlung von Messwerten in der Energiewirtschaft.
Wer verschickt MSCONS-Nachrichten?
In der Regel der Messstellenbetreiber, der die Messwerte erfasst und sie an Netzbetreiber, Lieferanten und Bilanzkreisverantwortliche weiterleitet, die diese Daten für ihre jeweiligen Abrechnungs- und Bilanzierungsprozesse benötigen.
Ist MSCONS gesetzlich vorgeschrieben?
MSCONS ist seit den GPKE-Prozessen von 2007 das faktische Pflichtformat für den Messwertaustausch in der deutschen Marktkommunikation und wird von der Bundesnetzagentur im Rahmen ihrer Festlegungen zu den Datenformaten verbindlich vorgegeben.
Was passiert bei einer fehlerhaften MSCONS-Nachricht?
Der Empfänger meldet den Fehler über eine APERAK-Nachricht an den Absender zurück, der die Daten korrigiert und die MSCONS-Nachricht erneut versendet.
Betrifft MSCONS auch Gas- und Fernwärmekunden, nicht nur Strom?
Ja, das Format wird branchenübergreifend für den Messwertaustausch bei Strom, Gas und Fernwärme genutzt, mit jeweils angepassten Datenelementen für die einzelnen Sparten.